Verfahren für Salzpipeline läuft weiter 

K+S setzt Bohrungen am Weserhang bei Gieselwerder fort

+
Bohrungen im Reinhardswald: Nachdem mit einer kleineren Sonde seismologisch geprüft wurde, ob Hohlräume vorhanden sind, wurden ab Montag oberhalb des Mühlenplatzes wieder Bohrkerne emporgeholt, um die Bodenschichten zu analysieren. 

Kassel/Oberweser. Das Regierungspräsidium Kassel hat die von der K+S Kali GmbH überarbeiteten Unterlagen für die Salzabwasserleitung an die Oberweser für vollständig befunden.

Damit kann das Raumordnungsverfahren für die überregionale Entsorgung der Salzabwässer aus dem hessisch-thüringischen Kalirevier an die Oberweser weitergehen, gab das Regierungspräsidium bekannt.

Nun erfolgen die Vorbereitungen, damit ab dem 31. Juli die vierwöchige öffentliche Auslegung der geänderten Unterlagen erfolgen kann. Bis zum 17. September können dann die Träger öffentlicher Belange und Privatpersonen ihre Stellungnahmen abgeben. Die Antragsunterlagen werden auch im Internet unter www.rp-kassel.hessen.de bereitgestellt.

Nachdem vergangenes Jahr das Beteiligungsverfahren zum Abgleich mit den Beschlüssen des Weserrates zum Bewirtschaftungsplan und Maßnahmenprogramm Salz ausgesetzt wurde, liegt nun (wie berichtet) ein überarbeiteter Antragsentwurf von K+S vor. Er berücksichtigt die Stellungnahmen ebenso wie die Forderungen der Behörden (Antragsvervollständigung) und des Weserrates.

Waldschützer geben nicht auf

Die Naturschützer haben unterdessen ihren Widerstand gegen das Salzabwasserprojekt nicht aufgegeben. Nachdem die Genehmigung für die Sondierungsbohrungen nach Widerspruch der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW) vorübergehend zurückgenommen wurde, beantragte K + S am 28. April die sofortige Vollziehbarkeit der ursprünglichen Genehmigung und begründete dies in einem siebenseitigen Schreiben.

Als Argument wurden unter anderem genannt, dass die Baugrunduntersuchung für das Raumordnungsverfahren zwingend nötig sei und vom RP gefordert wurde, dass das Bohrgerät nur bis Ende Mai zur Verfügung stehe, Verzögerungen die Rohstoffversorgung gefährdeten und es Auswirkungen auf Arbeitsplätze und Wirtschaft geben könnte. Die Horste von Rot- und Schwarzmilan seien mindestens 185 Meter entfernt oder im Bereich Brand (Suchraum J) gar nicht vorhanden, schrieb K + S. Die Bodenuntersuchungen sollten zudem klären, ob die Trasse an dieser Stelle überhaupt möglich sei, erklärte K + S.

Am Donnerstag, 11. Mai, wurde nahe der Landesstraße zwischen Gottsbüren und Gieselwerder mit erneuten Bohrungen und per Sonde geprüft, ob es Hohlräume gibt. Hier soll die Rohrleitung im Graben verlegt werden.

Am gleichen Tag beantragte die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald, dass die nach Widerspruch von K+S erneut von der Unteren Naturschutzbehörde erteilte Bohrgenehmigung wegen Formfehlern zurückzunehmen sei. Die naturschutzrechtlichen Bedenken überwögen. Unmittelbar in der Nähe der Baustelle würden Vögel brüten.

Die SDW will nach Worten ihres Landesvorsitzenden nun weitere Experten einschalten.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.