Vorplanung für Pipeline und Speicherbecken im Januar

K+S: Salzspeicherbecken und Kalileitung werden kleiner

Aus den K+S-Unterlagen: Die Hauptmerkmale aus den Antragsunterlagen des Konzerns für das Raumordnungsverfahren sind in dieses Luftbild übertragen. A und B sind die alternativen Bereiche für die Speicherbecken, die blauen Linien markieren die Zuleitungen zum Einleitepunkt, die rote Linie die Mitte des grau unterlegten Suchkorridors für die Pipeline. Foto: GoogleEarth/

Oberweser. Das Salzspeicherbecken und die Kalileitung zur Oberweser sollen kleiner werden, als bisher vorgesehen. Das erklärt der Kasseler Düngemittelhersteller K+S.

Der Konzern begründet dies mit den Auswirkungen des Vier-Phasen-Plans.  Gleichzeitig wird klar: Durch Probleme beim Salzabfall in den vergangenen Monaten ist das Pipeline-Projekt aus Sicht des Unternehmens wichtiger den je geworden. Der Bau einer Fernleitung von Osthessen bis zur Oberweser geht nun in eine wichtige Phase. Das Raumordnungsverfahren beginnt. Ziel ist zu prüfen, wo die Trasse für eine Leitung verlaufen könnte, bei möglichst geringen Auswirkungen für die Umwelt. Es handelt sich dabei nicht um eine Baugenehmigung.

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Laut K+S kalkuliert man mit einem Rohr von 40 Zentimeter Durchmesser statt bisher 60 Zentimeter. Auch das Salzlaugenspeicherbecken ist geschrumpft. Statt bisher 80 Hektar soll es jetzt nur noch rund 30 Hektar Größe auf mehrere Becken verteilt haben, die rechts oder links der Weser liegen könnten. Nach wie vor existieren Suchräume bei Lippolsberg und bei Gieselwerder.

Grund für kleinere Dimensionen ist offenbar die umstrittene Vier-Phasen-Vereinbarung mit dem Land Hessen. Diese sieht unter anderem den Erhalt einer kleinen Einleitstelle an der Werra und eine Reduzierung der Salzabfälle vor. Dadurch müsse weniger Kalilauge zu Oberweser gepumpt werden.

Wo die Abwasserleitung verlaufen soll, soll am 11. Januar bekannt gegeben werden. Dann will das Regierungspräsidium Unterlagen mit einem „Vorzugskorridor“ veröffentlichen.

Rathaus-Chefs informiert

Das ist eine 600 Meter breite Fläche, in der nach genauen Prüfungen der Geologie dann eine Leitung gebaut werden kann. Den Rathaus-Chefs hat K+S in den vergangenen Wochen bereits die Unterlagen für das Raumordnungsverfahren zugeschickt.

Beim Bau soll die für die Arbeiten benötigte Fläche laut den Plänen maximal 20 Meter Breite betragen. K+S will sich jetzt der angefachten Diskussion stellen. „Wir sind froh, dass wir die Öffentlichkeit beteiligen können“, sagt Jörg Willecke, Leiter der K+S-Kommunikation in Sachen Fernleitung.

Die Kritiker an der Oberweser laufen sich schon warm. „Dass ein Konzern, mit fast vier Milliarden Euro Umsatz und Gewinn von bis zu 600 Millionen Euro jährlich, nicht in der Lage ist, seinen Müll ordnungsgemäß zu entsorgen, ist ein Trauerfall und Armutszeugnis zugleich“, sagt Oliver Penner von der Initiative Pro Märchenland (Lippoldsberg). Erbost sei man zudem, weil das Regierungspräsidium die vereinbarte Chlorid-Absenkung in der Werra zurückgenommen hat.

Von der Pipeline als „eine veraltete und völlig inakzeptable Maßnahme“ spricht Klaus Becker (Gieselwerder). Vielen sei nicht klar, dass die Verklappung in die Weser bei Gieselwerder unabhängig von der Rohrleitung beantragt und genehmigt werden müsse. So sei der Irrwitz denkbar, dass K+S mit dem Bau beginne und wegen des Verschlechterungsverbots der EU gar keine Genehmigung erhalte.

Von K+S heißt es: Mit dem Planfeststellungsverfahren würden auch alle wasserrechtlichen Fragen vor dem möglichen Baubeginn 2019 geklärt werden. 

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