K+S-Pipeline: Viel Salz im Fluss bis Karlshafen

Möglicher Verlauf der Pipeline. Archivfoto: becker

Oberweser. Der Kasseler Düngemittelhersteller K+S hat eine Prognose veröffentlicht, wie sich der Salzgehalt in der Oberweser entwickeln wird, wenn das Unternehmen Kaliabfälle bei Gieselwerder in den Fluss leitet.

Demnach sinkt die Chloridkonzentration bei Bad Karlshafen deutlich. Das soll ab 2021 geschehen, wenn die Pipeline in Betrieb geht.

Dann verringere sich der Salzgehalt im Schnitt in der Weser bei Karlshafen von 570 Milligramm pro Liter Wasser (mg/l) auf 388 Milligramm. Der Wert läge damit laut K+S unter den 500 mg/l, die der Kasseler Konzern als Grenzwert für Süßwasser angibt.

Allerdings gilt dieser Wert erst hinter der Diemelmündung. Das bedeutet: Flussaufwärts bleibt erheblich Salz im Wasser - zumindest bis zum Einleitepunkt. K+S verspricht zwar, dass es auf dieser Strecke keine Verschlechterung der Wasserqualität gibt. Laut Konzernunterlagen rechnet man aber für diesen Flussabschnitt bis zum Jahr 2060 mit einer Chloridkonzentration zwischen 500 bis 1000 mg/l.

Das läge über dem Grenzwert für Süßwasser und vor allem weit über den 300 Milligramm, die laut der Europäischen Union als „guter ökologischer Zustand“ gelten. Der soll laut EU in Gewässern eigentlich bis 2027 erreicht sein.

K+S-Sprecher Michael Wudonig betont, dass die Prognose „unter den jetzt mit Hessen ausgehandelten Rahmenbedingungen gilt“. Durch den Vier-Phasen-Plan werde die Gewässerqualität in der Weser nicht verschlechtert, sondern ab Ende 2021 mit Inbetriebnahme der Leitung sogar zwischen Hann. Münden und Oberweser verbessert.

Bis auf den Abschnitt zwischen der Einleitstelle und Diemel-Zufluss werde der Fluss dort komplett Süßwasserqualität aufweisen. Ab 2060 gelte das auch für den Bereich zwischen Karlshafen und Oberweser.

Schlagworte zu diesem Artikel

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.