"Schlag ins Gesicht für alle Bürger"

Landrat droht mit Klage gegen Pipeline: Schmidt will Oberweser-Anrainer unterstützen

Uwe Schmidt

Oberweser. Widerstand gegen die Oberweser-Pipeline und den damit verbundenen Salzsee im Kreisteil Hofgeismar kündigte am Dienstag Landrat Uwe Schmidt an. Selbst eine Klage sei nicht ausgeschlossen, geht aus einer Pressemitteilung des Landrats hervor.

„Wir werden uns mit allen rechtlichen und politischen Mitteln gegen die Pläne der Landesregierung und von K+S wehren“, so Schmidt.

Der Landrat nannte die von der grünen Hessischen Umweltministerin angekündigte Lösung für die Salzwasserproblematik des Kasseler Konzerns K+S „einen Schlag ins Gesicht für alle Bürger, die sich für die Wasserqualität an Werra und Weser einsetzen.“

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Es sei Augenwischerei, so Schmidt, wenn eine grüne Umweltministerin behaupte, eine dauerhafte Lösung für die Salzwasserproblematik für die Oberweser gefunden zu haben. „Das Gegenteil stimmt: Mit der Zustimmung zu einer Entsorgung von Salzabwässern in eine bisher von Industrieabfällen weitgehend unberührte Flusslandschaft entsteht erst eine Salzwasserproblematik an der Oberweser!“ Wenn die Ministerin ihre Ankündigung wahr machen wolle, wieder Süßwasserqualität an der Oberweser zu erreichen, müsse sie ihre „Pipeline-Pläne sofort einstampfen“. Auch sonst bevorzuge die Umweltministerin „Orwellsche Formulierungen“, wenn sie davon spricht, die Lösung nicht den nachfolgenden Generationen überlassen zu wollen und gleichzeitig mitteilt, dass erst mit Auslaufen der Lagerstätten des Werkes Werra im Jahr 2075 mit einer Süßwasserqualität in der Werra zu rechnen ist.

Die Menschen im Dreiländereck an der Oberweser werde der Landkreis „auf keinen Fall bei ihrem Kampf allein lassen“. Schmidt hatte bei Bekanntwerden der Pläne einer Salzabwasserleitung in die Oberweser und den damit verbundenen Salzsee klar Position dagegen bezogen. Er weist darauf hin, dass der vorgestellte Phasen-Plan bedeute, dass nahe der Einleitungsstelle ein Salzsee entsteht. „K+S rechnet mit einem Fassungsvermögen von bis zu 750 000 Kubikmetern - das wäre die größte zusammenhängende Wasserfläche im Landkreis Kassel, allerdings nicht zum Baden sondern für Salzabwässer“, rechnet Schmidt vor.

Für den Kreis bleibe die Forderung, die der Kreistag im Dezember 2012 beschlossen hatte, weiter aktuell: „Wir bleiben dabei, dass es für alle Beteiligten die beste Alternative ist, durch alternative Techniken die Salzabwässer bereits am Entstehungsort zu reduzieren“, bekräftigt Landrat Schmidt abschließend. (gsk)

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