Marathon auf dem Wasser - Protest am Ufer

Der Kurs von K+S steigt, während der der Umwelt sinkt: Mit diesem Großtransparent wollten die Initiativen auf die Gefahren für die Weser aufmerksam machen.

Oberweser. Beim großen Paddeln auf der Weser demonstrieren Bürgerinitiativen gegen Salzabwasser-Pipeline- und Stausee-Pläne

„Achtung - in 300 Metern beginnt die von K+S und der hessischen Landesregierung geplante Todeszone!“ Mit Plakaten wie diesem bei Gieselwerder haben die Bürgerinitiativen des „Kantigen Tisches“ am Sonntag an der Oberweser gegen die weitere Verschmutzung der Weser protestiert.

Wenige Meter weiter symbolisierte ein Abwasserrohr die geplante Einleitung von Kaliabwässern in die Weser bei Gieselwerder. An Galgen aufgehängte Strohpuppen „Frau Salz“ und „Herr Kali“ hatten einen ähnlich eindeutigen Symbolgehalt: „Die von K+S geplante Einleitungsstelle der Abwässer befindet sich am Rande des Galgengrundes zwischen Gieselwerder und Lippoldsberg. Früher wurden dort Wilddiebe und die Naturschänder aufgeknüpft“, erklärte Oliver Penner vom Aktionsbündnis Pro Märchenland.

Anlass der Aktionen war der jährliche Wesermarathon, bei dem bis zu 1500 Kanuten zwischen Hann. Münden und Hameln auf dem Fluss unterwegs sind. Die Initiativen aus zahlreichen Orten an der Oberweser hatten in Hann. Münden, Gimte, Hemeln, Oedelsheim, Gieselwerder, Lippoldsberg, Bodenfelde, Wahmbeck und Bad Karlshafen für Aktionen oder große Transparente an den Fähren und Brücken gesorgt.

Die Aufmerksamkeit der Kanuten war ihnen dabei gewiss: immer wieder ließen vorbeifahrende Wassersportler die Paddel ruhen, um die Plakate und Installationen zu betrachten.

Wesermarathon und Protest gegen drohende Weser-Versalzung

Die Bürgerinitiativen forderten K+S mit den Aktionen nochmals auf, „endlich in vorhandene technische Optionen zur Verwertung, Eindampfung und Versetzung der Salz-Abfälle zu investieren.“ Gabriele Niehaus-Uebel, Sprecherin der Initiative Oberweser Bramwald, sagte bei der Aktion am Fähranlager in Hemeln: „Wir erwarten, dass die politischen Mandatsträger der Anrainerländer, insbesondere die grünen Umweltminister, der Nutzung des Flusssystems als Abwasserkanal ein Ende bereiten.“

In Gieselwerder und den Orten flussabwärts richtet sich die Kritik der Bürger vor allem gegen die geplante Oberweserpipeline mit ihren riesigen Stapelbecken im Reinhardswald.

Zwischen Bodenfelde und Wahmbeck stand der neue Unimog der Gemeinde mit zwei Tonnen Sand auf der Ladefläche: So viel würde durchschnittlich alle 25 Sekunden an Salzlauge eingeleitet - umgerechnet sind das alle fünf Sekunden acht Zentner.

Von Markus Löschner

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