Schiffermuseum Gieselwerder

Neue Ausstellung: Blick in die goldene Zeit der Weserschifffahrt

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Viele Originale: Kleidung, Steuerrad, Fahrpläne, Fahnen, Wimpel und Korken von Schiffstaufen, wie der Vorsitzende Jürgen Noll einen hält, sind in der Schau zu sehen, die er mit (von links) Detlef Noll, Erhard Weskamp, Gustav Waldeck und Adi Rossel aufgebaut hat.

Oberweser. „Endlich kommen diese vielen tollen Stücke mal wieder unter Leute“, freut sich Jürgen Noll, Vorsitzender des Schiffervereins Gieselwerder. Seit 1983, zum 100-jährigen Bestehen der Oberweserdampfschifffahrt, waren viele der Ausstellungsstücke nicht mehr aus dem Archiv gekommen.

Nun sind sie in der neuen Ausstellung zu sehen, die am Sonntag, 21. Mai,  im erweiterten Schiffermuseum in Gieselwerder beginnt. 

Zusätzlich zur Dauerausstellung in der alten Grundschule nahe des Campingplatzes „In der Klappe“ hat der Verein, dem vor allem ehemalige Binnenschiffer aus Oberweser angehören, noch zwei Räume im früheren Lehrerhaus renoviert und dort die Sonderausstellung zur Geschichte der Oberweserschifffahrt eingerichtet.

Legendär: Der 1970 an die Elbe verkaufte letzte Raddampfer Kaiser Wilhelm. Er und fünf weitere Schiffe sind im Modell zu sehen.

Unterstützt vom Oberweser-Archiv des Landkreises Holzminden hat Jürgen Noll eine Unmenge an Ausstellungsstücken zusammengetragen, die einen Einblick in 134 Jahre Personenschifffahrt auf der Oberweser geben. Schon seit der Fahrt des ersten Dampfschiffes 1841 hatte die Personenschifffahrt wirtschaftliche Bedeutung, aber sie schwankte stark. Es wurden sogar Fahrpläne und Werbeprospekte auf Niederländisch gedruckt und es kamen tatsächlich Hunderttausende, oft betuchte Fahrgäste, die sich eine Urlaubsreise an die Oberweser gönnten. Die Speisepläne zeigen, dass es sogar Champagner an Bord gab.

Die Ausstellung erinnert in Fotos und mit Modellen an die Raddampfer Fürst Bismarck I und II, Kronprinz Wilhelm, Kaiser Friedrich, Graf Moltke und Kaiser Wilhelm, der 1970 an die Elbe verkauft wurde und noch heute fährt. Auch Namen wie Hecht, Lachs und Stint werden wieder lebendig und die neuen Schiffe der 1960er und 1970er-Jahre, die nach Städten wie Hameln und Karlshafen benannt wurden. Man kann die Schicksale der Schiffe von der Kiellegung bis zur Verschrottung verfolgen. Erst im vergangenen Jahr wurde der Dampfer Stör zerlegt, der noch an Land als Museumsschiff bei Holzminden überlebt hatte.

Fahrkarten, Fotos der Anlegestellen, Geschirr von Bord und viele weitere Details sowie fast 500 Fotos und erläuternde Texte runden die Schau ab. Einige exklusive Stücke, die bisher nicht zu sehen waren, stammen aus dem Besitz von Günter Meyer, dem Urenkel des Reedereigründers Senator Friedrich Wilhelm Meyer. Der Nachfahre will persönlich zur Eröffnung der Ausstellung erscheinen. 

Ausstellung: Geschichte der Oberweserschifffahrt, Schiffermuseum Gieselwerder, ab Sonntag, 21. Mai, 14 Uhr. Geöffnet bis Ende September jeweils sonntags 14 bis 17 Uhr. Sonderführungen: 0 55 72/1894 und 500.

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