Half der falsche Schotter?

Ärger um Straßenschotter: Odelsheimer im Streit mit der Gemeinde Oberweser

+
Steine des Anstoßes: Der Bauhof Oberweser grub diese Ablaufrinne durch den Wirtschaftsweg. Als der Schotter herausgeschwemmt wurde, ließ Otto Gorski (links) sie ausbessern. Über die Folgen wundert sich auch Nachbar Wilfried Lynen.

Oedelsheim/Oberweser. Ist Straßenschotter gut oder schlecht? Auf diese Frage spitzt sich ein Streit zwischen Anwohnern in Oedelsheim und der Gemeinde Oberweser zu. 

Während die Anwohner am Ortsrand Richtung Arenborn von einem Schildbürgerstreich sprechen, sieht die Gemeindeverwaltung ihr Verhalten als korrekt an. 

Was ist passiert? Otto Gorski und Ilse Mattern-Gorski bauten ihr Wohnhaus 1975 am Forstweg am östlichen Ortsrand mit der Haustür nicht zur Straße, sondern Richtung Feldgemarkung. Der Grund: Die Abendsonne sollte ins Wohnzimmer scheinen. Ebenso ausgerichtet wurden später auch noch drei weitere Wohnhäuser, darunter ein Mehrfamilienhaus. Um sich etwa beim Transport von Getränkekisten und anderen Einkäufen weite Wege zu ersparen, nutzen die Anlieger oft einen hinter den Häusern vorbeiführenden Wirtschaftsweg.

Problem: Bei Regenwetter floss das von den bergauf gelegenen Wiesen und Äckern kommende Wasser etwa zwei Meter breit über den Wirtschaftsweg in den dann beginnenden Graben an der Göttinger Straße. Bei längerem Regen war der Weg nur noch in Gummistiefeln passierbar. Das schilderten die Anwohner dem Bürgermeister, der sich vor Ort umsah. „Wir hofften, dass der Übergang verrohrt oder zumindest eine Rinne gepflastert wird“, berichtet Anwohner Otto Gorski.

Im Herbst 2017 erschienen zwei Mitarbeiter des Bauhofes, zogen mit einem Bagger eine etwa 30 Zentimeter tiefe Rinne bis auf das anstehende Gestein und verfüllten sie mit Basaltschotter. Das Wasser floss nun zwar ab, spülte aber auch den Schotter fort, so dass der Weg wegen der tiefen Rinne nicht mehr passierbar war.

Grund des Ärgers: Bei Regen ist der Wirtschaftsweg am Ortsrand überflutet. Die neue Rinne macht es nicht besser. Foto: Lynen/nh

Weil Otto Gorski seine Frau öfter rasch ins Krankenhaus fahren musste, ließ er Schotter anfahren und die Rinne wieder auffüllen, so dass man wieder über den Wirtschaftsweg hinausfahren konnte. Die Gemeindeverwaltung Oberweser forderte ihn aber auf, den Schotter wieder zu entfernen und kontrollierte das auch sofort.

Dies Vorgehen hat die Anwohner sehr irritiert, die hofften, das Wasserproblem los zu sein. Anwohner Wilfried Lynen: „Es wäre doch so einfach, drei wasseraufnehmende Rohre einzubauen, alle wären glücklich und zufrieden und die Kosten überschaubar.“

Falsche Seite: Die Haustür von Otto Gorski und Ilse Mattern-Gorski zeigt zum Wirtschaftsweg hinterm Haus, den sie nutzen, um schwere Waren heranzubringen. Jetzt ist die Zufahrt erschwert.

Weil der Bürgermeister urlaubsbedingt nicht erreichbar war, informierte sich der Erste Beigenordnete Jürgen Noll auf Anfrage unserer Zeitung beim Bauamt und bezeichnete das Vorgehen als korrekt. Der Weg sei ein reiner Wirtschaftsweg und die Häuser seien über die Straße Forstweg problemlos erreichbar. Die Rinne sei die kostengünstigste Lösung und für Traktoren passierbar. Wegen der Grabenhöhe würde bei einer Verrohrung ein Hügel entstehen, der für Pkw auch nicht passierbar wäre. Bei der Selbsthilfeaktion sei laut Bauamt zuviel und falscher Schotter eingebracht worden, der deshalb wieder heraus musste, erklärte Noll.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.