Die Arbeit hält ihn jung

Rolf Keidel aus Gieselwerder ist fast 75 und steht immer noch voll im Berufsleben

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Viel unterwegs: Rolf Keidel aus Gieselwerder hält oft Vorträge in Asien und gibt Schulungen für seine Kunden. Für das nächste Jahr stehen bereits neue Reisen nach Fernost an.  

Gieselwerder. Er ist fast 75 Jahre alt und hat noch nicht genug vom Arbeitsleben. Rolf Keidel aus Gieselwerder wird immer wieder gefragt, wann er sich zur Ruhe setzen will. In Asien, wohin es ihn mehrmals im Jahr beruflich zieht, „sind weißhaarige Experten dagegen nichts Besonderes“, sagt der selbstständige Diplom-Ingenieur.

Keidel arbeitet an der Weiterentwicklung und dem weltweiten Vertrieb einer von ihm selbst entwickelten Software. Sie ist für die Planung und Berechnung einer besonders wirtschaftlichen und umweltfreundlichen Dachentwässerung, durch die 60 Prozent Material gespart werden kann und gleichzeitig 90 Prozent weniger CO2 ausgestoßen wird.

Um diese grüne Entwässerungstechnik auch in Asien populär zu machen, hält der 74-Jährige, der am 9. November ein dreiviertel Jahrhundert alt wird, Vorlesungen an Universitäten, veranstaltet Seminare und Workshops sowie Schulungen für seine Kunden – und denkt gar nicht ans Aufhören.

Nicht mehr zu arbeiten, den ganzen Tag zu Hause sein, das kann Keidel sich nicht vorstellen. „Ich würde mich zu Tode langweilen.“ Er mache nicht wegen des Geldes weiter, sondern weil ihm seine Arbeit erfülle. „Wenn ich einen Vortrag halte oder eine Schulung gebe, bin ich vorher aufgeregt. Aber wenn ich es dann geschafft habe, durchströmt mich ein großes Glücksgefühl.“

Warum er noch fit genug ist, um am Tag oft acht Stunden zu arbeiten, erklärt der Vater zweier Kinder so: „Das liegt bei uns im Blut.“ Auch sein Großvater habe mit 75 noch gearbeitet, die Großmutter sei in diesem Alter noch zum Zelten gefahren. „Es ist wahrscheinlich eine Mischung aus guten Genen und meiner aktiven Lebensweise, die mich fit und gesund hält.“

Dass er in wenigen Tagen 75 wird, ist für Fremde schwer zu glauben. Braungebrannt, sportlich-schlank, volles Haar – Rolf Keidel ist sein Alter auf den ersten Blick nicht anzusehen. „Die Zusammenarbeit mit Menschen aus anderen Kulturen hat mich jung gehalten und bereichert, sie hat meinen Blick auf die besuchten Länder und auf meine eigene Heimat erweitert.“

Die nächsten Termine für berufliche Reisen sind schon geplant, in Asien wird Keidel 2017 wieder mehrere Monate verbringen. Besonders gut an Asien gefällt ihm, dass „man dort alten Menschen gegenüber sehr achtungsvoll ist“.

Wie viele Reisen er noch unternehmen wird, das lässt Keidel auf sich zukommen. „Solange ich gesundheitlich in der Lage dazu bin, mache ich das alles.“

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