Weniger dramatisch als erwartet

Schäden am Gebäude: Keller lässt Rathaus Gieselwerder sinken

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In Bewegung: Im über 100 Jahre alten Rathaus in Gieselwerder haben sich in einem Gebäudeteil (im Bild links) Risse gebildet und Böden abgesenkt. Die Gemeindeverwaltung ist deshalb seit mehreren Monaten ausgezogen.

Die Schäden am Rathaus der Gemeinde Oberweser in Gieselwerder sind offenbar weniger dramatisch als seit Monaten befürchtet.

Erneute Bodenuntersuchungen haben gezeigt, dass die Ursache für die Senkungen offenbar nicht im umgebenden Erdreich oder in einem labilen Untergrund zu suchen sind, sondern im Bereich des Hauses selbst, was sich aber reparieren lässt.

Wie Bürgermeister Cornelius Turrey auf Anfrage erläuterte, ergaben Bohrungen in den Bereich unter dem Rathaus, dass der abgesackte Gebäudebereich entgegen der bisherigen Annahmen doch unterkellert ist, allerdings zugeschüttet. Dieser Bereich wurde offenbar 1914 beim Wiederaufbau des Rathauses mit Material aus dem Brandschutt des nach einem Blitzschlag zerstörten Amtshauses aufgefüllt, das vorher innerhalb der Burgmauern stand.

Rathaus wird stabilisiert

Dieser Bereich lasse sich durch Injektionen von Spezialmitteln verfestigen und so der Bau stabilisieren, sagte Turrey weiter. Ein Gutachten werde weitere Details aufzeigen. Zusätzlich seien noch weitere Stabilisierungen am Fachwerk nötig, nachdem schon früher unsachgemäße Eingriffe in das Balkengefüge dafür gesorgt hatten, das das Tragwerk des Fachwerkhauses in Bewegung geriet. Bereits seit 2014 wurden die Risse im Gebäude überwacht, die sich aber in den Jahren 2017 und 2018 so weit verstärkten, dass man beschloss, das Gebäude zu räumen, um den Ursachen auf den Grund zu gehen. Im Dezember 2018 zog die Verwaltung deshalb ins benachbarte Haus des Gastes um. Untersuchungen des Untergrundes, der Wände und Decken ergaben aber keine klaren Ergebnisse, sodass schließlich nochmal Untersuchungen des Untergrundes direkt unter dem Rathaus vorgenommen wurden.

Reparatur der Schäden notwendig

Die Sanierung werde sicher weniger aufwändig als zunächst befürchtet und auch kein großer Umbau, sondern eher eine Reparatur, sagte Turrey. Mit der Frage, wo künftig das gemeinsame Rathaus stehen soll, werde man sich sicher nicht vor Mitte 2020 befassen, denn derzeit gebe es Wichtigeres, meinte Turrey mit Blick auf die zum Jahreswechsel anstehende Fusion von Oberweser und Wahlsburg zur Gemeinde Wesertal: „Die Digitalisierungsvorgaben des Landes beispielsweise erfordern neue Strukturen. Das spricht gegen ein Festzurren des Rathausstandortes zum jetzigen Zeitpunkt.“ Zunächst blieben die Verwaltungen wie gehabt im Rathaus Lippoldsberg und im Haus des Gastes Gieselwerder.

Keine Mehrheit in der Gemeindevertretung

Zudem habe es in der Gemeindevertretung Oberweser auch keine Mehrheit für eine vorzeitige Standortfestlegung für Gieselwerder gegeben, sagte Turrey vor dem Hintergrund, dass die Debatte um den Rathausstandort innerhalb der SPD heftige Debatten und Spannungen ausgelöst hatte.

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