Klare Hinweise hinterlassen

Sie nagen wieder: Fraßspuren weisen auf Biber an der Schwülme hin

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Ein Biber im Wasser: Nicht alle Menschen freuen sich, wenn die größten Nagetiere Deutschlands in unserer Region Reviere bilden. Dieses Bild entstand in Düren in Nordrhein-Westfalen.

Abgenagte Bäume und Büsche sind eindeutige Spuren: An den Gewässern im Norden des Kreisteils Hofgeismar sind wieder Biber unterwegs.

Zumindest an der Schwülme haben sie diese klaren Hinweise hinterlassen. Im 16. Jahrhundert wurden die Tiere im heutigen Hessen ausgerottet.

Ein bis zwei Tiere der streng geschützten Art leben derzeit bei Vernawahlshausen, vermutet die Naturschutzbehörde des Landkreises. Genau könne man das nicht sagen, weil sich die Biber – die größten Nagetiere Deutschlands – nur schwer beobachten lassen. Unter anderem bei der Gewässerschau des Unterhaltungsverbandes Schwülme haben Mitglieder Fraßspuren entdeckt. Auch an der Weser wurden die Tiere beobachtet. Diese Meldungen liegen schon länger zurück. Derzeit gibt es von dort keine neuen Hinweise. Die jüngsten Nachweise gebe es von der Schwülme.

Freude über Rückkehr der Biber

Im Kreishaus freut man sich über diese Neubürger, sagt Pressesprecher Harald Kühlborn. Sie seien ein gutes Zeichen für den Zustand der Bäche und Flüsse in der Region. Auch der Hofgeismarer Naturschutzbund-Vorsitzende Hans-Jürgen Schwabe freut sich über die Rückkehr der großen Nager. Er ruft Naturfreunde und Fotobegeisterte auf, „nichts zu unternehmen, dass das Tier stören und vielleicht vertreiben könnte“. Den Vernawahls-häusern rät Schwabe, „auf ihren Biber aufzupassen“.

Hans-Jürgen Schwabe, Naturschützer

Nach Angaben von Kreissprecher Kühlborn leben insgesamt bis zu sechs Biber im Kreis Kassel. Neben den ein oder zwei Tieren an der Schwülme gibt es bis zu vier an der Fulda. Sie haben sich zwischen der Stadt Kassel und Fuldabrück angesiedelt.

Im Schwalm-Eder-Kreis wurden 16 Reviere mit bis zu 50 Tieren gezählt. Am Diemelsee sind auch Biber aktiv. Während die anderen Tiere wohl zugewandert sind, geht man dort davon aus, dass sie ausgesetzt wurden. Genproben von zwei toten Tieren hatten ergeben, dass sie aus Bayern stammen. Auch im Kreis Northeim sind sie zurück. Doch für manche geht die Rückkehr nicht gut aus: Mehrere Biber sind bereits bei Unfällen mit Autos in der Region getötet worden.

Schon einmal Biber in Hofgeismar

Vor knapp fünf Jahren sorgte schon einmal ein Biber für Erstaunen: Zwei Jungen hatten das Tier Ende Mai 2015 in der Esse im Hofgeismarer Brunnenpark beobachtet, berichtete seinerzeit die HNA. Dann wurde es aber wieder still um den großen Nager. Weitere Beobachtungen wurden damals zumindest nicht bekannt. Allerdings bestand weiterhin die Hoffnung, dass die Biber wieder zurückkommen – so wie jetzt an der Oberweser.

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