An der Weser werden dringend Helfer für Flüchtlinge gesucht

Oberweser/Bad Karlshafen. In den 20 Unterstützerkreisen im Landkreis Kassel helfen etwa 600 Ehrenamtliche Flüchtlingen bei anfallenden Problemen, sagt Ehrenamtskoordinator Wolfgang Engelmohr.

Zumindest quantitativ lässt die Willkommens-Kultur im Norden des Kreisteils nach: Die Helfer werden weniger.

In Oberweser kümmern sich fünf Ehrenamtliche um mehr als 130 Flüchtlinge in den Unterkünften und Wohnungen, schätzt der Oedelsheimer Flüchtlingskoordinator Maik Schneider. In Bad Karlshafen ist es laut Hildegard Gunkel-Becker, Flüchtlingsbetreuerin des Landkreises, ein harter Kern aus zehn Personen, der über 300 Flüchtlinge unterstützt. „Häufig können wir dann nur noch reagieren statt agieren.“

Besser stehen die Unterstützerkreise im Süden da. Grebensteins Koordinator Michael Heimberg spricht von etwa 30 bis 40 Aktiven bei 250 Flüchtlingen: „Wir sind breit aufgestellt, die Probleme bei anderen will ich aber nicht relativieren.“ Auch in Holzhausen ist die Situation komfortabler, dort konzentriert man sich derzeit vor allem darauf, Berührungsängste in der Gemeinde abzubauen.

Den Großteil der Helfer machten ältere Frauen aus, heißt es aus den Unterstützerkreisen. Mehr Engagement in Form einer Nachbarschaftshilfe steht häufig auf dem Wunschzettel der Ehrenamtlichen, besonders für Flüchtlinge, die bereits in Wohnungen untergekommen sind. Dabei könne es sich beispielsweise um Mitfahrgelegenheiten zum Behördengang handeln.

„Die freiwillige Aktivität hängt stark von den Unterstützerkreisen ab“, bestätigt Wolfgang Engelmohr. Vor allem in Oberweser schlägt man Alarm: „Wir brauchen mehr Leute“, macht Maik Schneider klar, „wir betreiben nur Schadensbegrenzung.“ Eine 69-jährige Rentnerin habe in der Spitze fünf schwangere Flüchtlingsfrauen gleichzeitig betreut.

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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