Kooperation zwischen Rettungsorganisationen geprobt

Zwei Feuer und ein Unfall: Großübung fordert Retter

Ersthilfe: Solange Notarzt und Sanitäter noch nicht vor Ort sind, müssen sich die Mitglieder der Feuerwehr um die Verletzten kümmern. Fotos: S. Hoffmann

Oberweser. Mehrere Hundert Rettungskräfte haben am Wochenende in Oberweser eine Katastrophenschutz-Übung absolviert. Das besondere: Gleich an mehreren Stellen wurden drastisch Szenarien simuliert.

Die Situation ist angespannt in der Firma Contitech in Oedelsheim. Grund: ein technischer Defekt an einer Maschine in Werkhalle 1.

Die Aufregung wächst, nachdem ein Mitarbeiter einen eigenartigen Geruch wahrgenommen hat und Sekunden später erste Rauchschwaden entweichen. Die Betätigung des Notausschalters kann nichts mehr ausrichten, Löschversuche mit dem eilig herbei geholten Feuerlöscher scheitern ebenfalls. Kollegen beobachten die Situation, lösen per Handfeuermelder die Brandmeldeanlage aus, kurz darauf schlagen die ersten Rauchmelder an der Hallendecke Alarm und die Leitstelle Kassel informiert die Technische Einsatzleitung Oberweser.

Nun sollte schnell Hilfe eintreffen, doch die lässt ungewohnt lange auf sich warten. Zwar heulen Sirenen und es rattern unzählige Einsatzfahrzeuge am Firmengelände vorbei, doch die haben allesamt andere Ziele: Südlich von Gottstreu wurde fast zeitgleich ein Ölunfall gemeldet, eine Person soll noch in einem Fahrzeug eingeklemmt sein.

Damit nicht genug, fordert in der Grundschule Gieselwerder ein Massenanfall von Verletzten weitere Rettungskräfte. Die Situation scheint im Chaos zu münden, auf derart viele zeitgleich laufende Einsätze sind die Brandschützer einfach nicht vorbereitet.

Künftig schon, denn das Szenario ist glücklicherweise nur eine groß angelegte Katastrophenübung der Rettungseinheiten im Landkreis, die der Überprüfung der Leistungsfähigkeit der beteiligten Einheiten dient, insbesondere der Führung und deren Kooperationsfähigkeit sowie der Brauchbarkeit bestehender Einsatzplanungen.

Der Rauch, der mittlerweile aus allen verfügbaren Öffnungen der 230 Meter langen Halle nach draußen aufs Firmengelände zieht, wird immer dichter. Die Feuerwehr Bad Karlshafen ist zuerst vor Ort, verschafft sich einen Überblick und beginnt mit der Arbeit. Während draußen Schläuche ausgerollt und die Wasserversorgung von der unterhalb des Firmengeländes verlaufenden Weser aus hergestellt wird, sind die ersten Trupps mit schwerem Atemgerät auf den Weg rein in die Halle. Jede Sekunde zählt, das wissen die Einsatzkräfte genau, vor allem im Ernstfall.

Diesmal aber sieht alles nur so aus wie ein solcher, die Hilfsorganisationen wollen für den Fall der Fälle bestens gerüstet sein.

Katastrophenschützübung des Landkreises Kassel in Oberweser

An der Großübung beteiligt: die Feuerwehren aus Fuldatal, Immenhausen, Hofgeismar, Reinhardshagen, Bad Karlshafen, Helmarshausen, Grebenstein, Ahnatal und Espenau, außerdem die Bundespolizei mit einem Hubschrauber sowie die Rettungsdienste. Für Dominik Bachmann vom Katastrophenschutz des Landkreises hat sich die Übung gelohnt: „Für die Station Oedelsheim kann ich sagen, dass es schon relativ lang gedauert hat, bis die Alarmierungswege in Gang gekommen und die ersten Einheiten eingetroffen sind, das ist eine wichtige Erkenntnis, die wir in der Nachbereitung sicher thematisieren werden.“

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