SPD-Abgeordnete Hofmeyer kritisiert Planungsverfahren

Oberweser-Pipeline bei Gieselwerder durch die Hintertür

Bohrungen im Reinhardswald , sondierungsbohrungen , bei Gieselwerder , für K+S Salzpipeline und Salzspeicherbecken , Anfang Mai (16.5.2017) aufgenommen von privat (Klaus Becker).BohrkernentnahmeFoto: privat
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Im Reinhardswald bei Gieselwerder wurden Bohrungen zur Untersuchung des Untergrunds niedergebracht. Für eine Rohrleitung erwies sich die erste Trasse als ungeeignet. Nun werden Alternativen näher am Ort geprüft.

Oberweser. Als unglaublichen Vorgang und weiteren Vertrauensverlust gegenüber K+S sowie dem Regierungspräsidium Kassel bezeichnet die Hofgeismarer SPD-Landtagsabgeordnete Brigitte Hofmeyer die nun bekanntgewordenen Pläne zur Oberweser-Pipeline.

Es sei unfassbar, dass die Verantwortlichen bereits seit Sommer 2017 wüssten, dass die bisher geplante Trasse nicht an den Weserhängen erfolgen könne und die Gemeinde Oberweser dies zwei Tage vor Weihnachten erfahre. „Der Gipfel ist, dass man nun eine neue Variante durch das Wohngebiet von Gieselwerder plant, ohne ein übliches Verfahren mit Öffentlichkeitsbeteiligung und der Gelegenheit zur Stellungnahme von Naturschutz- und Umweltverbänden in Gang zu setzen“, erbost sich Hofmeyer. Allein von der Gemeinde eine Stellungnahme bis Ende Januar zu fordern, und damit die sitzungsfreie Zeit in den Weihnachtsferien zu wählen, zeige, dass man an keinem transparenten Verfahren interessiert sei.

K+S und die Genehmigungsbehörde RP setzten offenbar alles daran, dass das Misstrauen der Bürgerinnen und Bürger wächst, meint die Abgeordnete. Inhaltlich halte sie die neuen Pläne für abenteuerlich. Bisher sei eine geschlossene Querung des Weserhangs geprüft worden, die sich nun als nicht realisierbar zeige und damit die Kritiker bestätige. Nun sei man zur Umplanung gezwungen, verlagere die Risiken in Wohngebiete und gefährde das Grundwasser. Denn mit der geplanten Grundwasserabsenkung in den Weserauen und damit in der Nähe der Wohnbebauung von Gieselwerder sei ein unglaublicher Einschnitt verbunden. Die städtebaulichen Entwicklungen für Oberweser und die Planungshoheit der Gemeinde würden so wesentlich beeinträchtigt.

Die Alternativtrasse sei nun auch noch in offener Bauweise geplant, führe durch FFH-Gebiete, quere Bachläufe und sei damit alles andere als eine praktikable Lösung. Zumal sie im letzten Abschnitt auch noch im geschlossenen System über den touristisch genutzten Mühlenplatz vorbei an der Wohnbebauung und unter einer Tankstelle hergeführt werden müsse.

„Ich wurde ein weiteres Mal in meiner Überzeugung gestärkt, dass diese Oberweser-Pipeline und die damit verbundenen ca. 35 ha großen Industrie-Speicherbecken im Reinhardswald absoluter Irrsinn sind“, so Hofmeyer abschließend. Die Lösungen lägen vor Ort in der Produktion und bei der Vermeidung von Abfällen.

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