Deutliche Kritik an Europa-Abgeordneter

Gefahr für Reinhardswald? Bürgermeister: „Werner an der Spitze der Zerstörer“

Reinhardshagen. Die Gemeinde Reinhardshagen übt heftige Kritik an der SPD-Europaabgeordneten Martina Werner, die, wie berichtet, zur Aufsichtsratsvorsitzenden der Energiegenossenschaft Reinhardswald (EGR) gewählt wurde.

Sie stelle sich damit an die Spitze derer, die den einmaligen Naturraum in Nordhessen „nur um des schnöden Mammons wegen“ zerstören wollen, schreibt Bürgermeister Fred Dettmar in einem offenen Brief an die Abgeordnete.

MartinaWerner

Als er die Nachricht am Mittwoch in der HNA las, sei ihm fast die Zeitung aus der Hand gefallen, sagte Dettmar. Mit ihrem Engagement mache sich Werner zur Akzeptanzbeschafferin einer völlig verfehlten Energiepolitik. Zugleich verschaffe sie den zuständigen „grünen Landesministern, die die Hauptverantwortung tragen, einen sozialdemokratischen Persilschein.“

In dem Brief weist der Bürgermeister der Gemeinde Reinhardshagen zunächst auf die Geschichte der EGR hin, die einst von den Bürgermeistern der meisten Kommunen im Kreisteil Hofgeismar gegründet wurde. Inzwischen sei die gesamte östliche Seite des Reinhardswaldes mit den Kommunen Bad Karlshafen, Wahlsburg, Oberweser und Reinhardshagen sowie die Stadt Hofgeismar aus der EGR ausgetreten. „Die verbleibenden Kommunen stellen nur noch eine Minderheit dar, der es einzig und allein darum geht, Kohle zu machen.“

Aufgabe einer Europaabgeordneten wäre es, dabei zu helfen, den Reinhardswald zum Aushängeschild Nordhessens zu machen, nicht aber bei seiner Zerstörung zu helfen. Besonders enttäuscht sei er darüber, dass sich die Europa-Abgeordnete für die EGR engagiere, ohne mit den Waldbefürwortern gesprochen zu haben. Und das sei eine „riesengroße Mehrheit der Reinhardswaldanwohner.“

Zugleich kündigte Dettmar weiteren Widerstand gegen die Windräder an. Die EGR gehe davon aus, im ersten Halbjahr 2019 die Genehmigung nach dem Bundesimmissionsschutzgesetz zu erhalten. Dettmar: „Ich teile bereits jetzt mit, dass die Naturbefürworter alles erdenklich Mögliche dafür tun werden, dass es dazu nicht kommt.“ (mrß) Archiv-Foto: Eschstruth/nh

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