Ortsumgehungen Calden und Karlshafen: Fertigstellung dauert noch Jahre

In Verzug: Während die Planungen auf westfälischer Seite abgeschlossen und genehmigt sind, ist das Verfahren für den hessischen Teil der neuen B 83 bei Bad Karlshafen noch in Arbeit. Das Baurecht könnte, wenn nichts mehr dazwischen kommt, bis Ende 2014 vorliegen.

Bad Karlshafen/Calden. Der Bau der Ortsumgehungen für Bad Karlshafen und Calden rückt langsam näher: Der Planfeststellungsbeschluss und damit die Baugenehmigung für die B 83 bei Bad Karlshafen könnte noch in 2014 fertig werden.

Der seit einem guten Jahr vorliegende, aber von einem Anlieger beklagte Beschluss für die B 7 bei Calden könnte mit Glück noch in diesem Jahr zu einem Baubeginn führen, ergaben Anfragen unserer Zeitung beim Verkehrsministerium in Wiesbaden.

Der Planfeststellungsbeschluss für die Umfahrung von Helmarshausen und Bad Karlshafen ist nach Angaben von Ministeriumssprecher Wolfgang Harms derzeit „in Arbeit“. Fertig werden könnte er, „mit größter Vorsicht“ formuliert, vielleicht noch in 2014. Es würden allerdings noch nicht alle Unterlagen vorliegen. Falls noch Änderungen nötig würden, dann werde die Baugenehmigung in diesem Jahr nicht mehr fertig. Etwa ein Viertel der 4,5 km langen Strecke liegt in Nordrhein-Westfalen. Die Planfeststellung für den westfälischen Teil ist bereits seit dem 4. Januar 2013 rechtskräftig.

Landwirt klagte

Bei der seit Jahren geforderten Ortsumgehung Calden, die eigentlich schon zur Flughafeneröffnung 2013 fertig sein sollte, liegt die Baugenehmigung schon seit dem 1. Dezember 2012 vor. Ein Landwirt hat allerdings vorm Verwaltungsgerichtshof geklagt wegen der geplanten Inanspruchnahme von Eigentums- und Pachtflächen seines Betriebs durch den Straßenbau. Einen Gerichtstermin gibt es noch nicht. Das mit der Planung befasste Straßen- und Verkehrsmanagement Hessen Mobil bemüht sich um eine außergerichtliche Einigung.

Es hängt auch am Geld

Sobald es ein Urteil oder einen Beschluss gibt, ist das Baurecht vorhanden. Wann gebaut wird, hängt aber von der Geldbewilligung durch den Bund ab, der Bauherr ist.

Ein B 7-Baubeginn noch in diesem Jahr wäre theoretisch möglich, zumal immer wieder mal Geld von Projekten zurückfließt oder Umplanungen vorgenommen werden, sagte Harms. Im November hatte das Land Hessen den Bund gebeten, die B 7 bei Calden in die oberste Kategorie „vordringlicher Bedarf“ erneut in den Bundesverkehrswegeplan aufzunehmen, wo sie sich auch schon in der vorherigen Fassung von 2003 befand.

Zwei große Brücken

Bis große Bauarbeiten für die 7,2 Kilometer lange Ortsumgehung Calden beginnen, bei der auch die unfallträchtigen Brandkurven am Schäferberg beseitigt werden, wird es trotzdem noch lange dauern. Zunächst erfolgen die Vorschüttungen für die zwei großen Brückenbauwerke, und diese muss etwa ein Jahr vor Beginn der eigentlichen Bauarbeiten geschehen, damit sich der Boden setzen kann.

Über Kläranlage hinweg

Die Caldebachtalbrücke über die Caldener Kläranlage hinweg wird 330 Meter lang und bis zu zwölf Meter hoch, die Jungfernbachtalbrücke wird 232 Meter lang und 17 Meter hoch. Zudem wird die Kreisstraße 47 (zwischen Calden und Burguffeln) verlegt. Ein Planfeststellungsbeschluss war schon im Jahr 2005 in Arbeit. Dann wurden jedoch größere Umplanungen nötig, die eine Neuauflage erforderten.

Die gesamten Bauarbeiten sollen laut Hessen Mobil etwa zwei Jahre dauern.

Von Thomas Thiele

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