Panoramatafel verdeutlicht Holzhausens Bergbautradition

Historisches Pflaster: Teile der 1927 in der Kasseler Straße eingebauten und 2013 entfernten Basaltsteine wurden am Standort der Panoramatafel verlegt. Auch dazu gibt es Infos.

Holzhausen. Bergbau im angrenzenden Reinhardswald prägte fast 400 Jahre lang das Leben einer Vielzahl von Menschen in Holzhausen. Eine neue Panoramatafel erinnert nun daran.

Der Abbau von Braunkohle unter Tage gab Arbeit und lieferte wertvolles Brennmaterial weit über den Ort hinaus. Erst 1970 schloss mit der Zeche Gahrenberg die letzte der Abbaustätten. Lokale Wirtschaftsgeschichte spiegelt heute der Eco-Pfad Bergbau Holzhausen Reinhardswald wider.

Exakt ein Jahr nach seiner Eröffnung erfährt der Themenweg eine bedeutsame Bereicherung: An der Kleeberghütte, in Waldrandlage und mit einladendem Fernblick, erwartet die Wanderer jetzt eine Panoramatafel zur Bergbautradition des Heidelbeerdorfes und seiner unmittelbaren Umgebung. Auf einem aktuellen Landschaftsfoto im Großformat lassen sich die Standorte der einstigen Zechen nachvollziehen.

Ende der Seilbahn

Einen spannenden Eindruck vermittelt zudem die Darstellung der früheren Kohlenseilbahnen vom Osterberg zum Verladebahnhof Speele auf dem rechten Fuldaufer, von wo die Kohle per Eisenbahn nach Kassel transportiert wurde, die spätere Verlängerung zur neuen Zeche Wilhelmshausen am südlichen Gahrenberg und die Anbindung der 1923 in Betrieb genommenen Zeche Kleeberg. Nach dem Zweiten Weltkrieg endete die Nutzung der Drahtseilbahnen, ihre Demontage folgte Mitte der 50er-Jahre.

Die Panoramaübersicht an der Kleeberghütte wurde vom Förderverein Holzhausen für Heimat und Nachbarschaft gestiftet. Sie geht auf eine Initiative des verstorbenen Holzhäuser Bauingenieurs Roland König zurück, der auch die Trägerkonstruktion entworfen hat. Die mit Rücksicht auf die Gelegenheit zum Fernblick waagerecht angebrachte Tafel liegt auf einem stählernen „B“, das für Bergbau steht. Gesponsert wurde die Konstruktion von der Immenhäuser Stahlbaufirma Hohmann.

Altes Pflaster verlegt

Historische Bezüge stellt am Standort der Panoramatafel auch eine neu angelegte Fläche aus Basaltpflaster her. Ehrenamtliche Helfer aus Holzhausen haben hier einen Teil der 2013 beim Neubau der Ortsdurchfahrt Kasseler Straße entdeckten Pflastersteine von 1927 verlegt, die vor der Entsorgung bewahrt wurden. Auch dazu gibt es eine kleine Infotafel.

Die Eco-Pfade werden vom Landkreis Kassel in Zusammenarbeit mit örtlichen Arbeitsgruppen konzipiert. Zur Einweihung der Panoramatafel an der Kleeberghütte kam auch Vizelandrätin Susanne Selbert, die die Bemühungen zur Erinnerung an Heimatgeschichte würdigte. Wie prägend sich der Braunkohleabbau auf die Kulturlandschaft bei Holzhausen ausgewirkt habe, lasse sich im Zuge des Eco-Pfades Bergbau hervorragend ablesen, sagte die Vizelandrätin.

Von Dorina Binienda-Beer

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