Besitzer vermuten Wolf oder großen Hund hinter Attacke

Pferde auf der Weide verletzt: "Leben nur durch Zufall noch"

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Die Verletzungen am Hals der Stute: Die Halter sind sich sicher, dass sie von Bissen eines Raubtieres herrühren.

Auf einer Weide in Westuffeln haben eine Stute und ihr Fohlen schwere Verletzungen erlitten. Wer oder was die Pferde angegriffen hat, ist derzeit noch unklar.

Idyllisch am Waldrand gelegen, auf einer ehemaligen Streuobstwiese in Westuffeln stehen die Pferde von Dieter und Kristina Kampe. Normalerweise sind die Tiere dort zu viert – zwei Stuten, ein Hengst und ein kleines Fohlen. Derzeit muss aber eine der Stuten zusammen mit ihrem Fohlen im Stall bleiben. Der Grund dafür sind schwere Verletzungen, die dem Tier, wahrscheinlich durch Bisse, zugefügt wurden.

Dass die Stute noch lebt, sei dem Zufall zu verdanken, berichtet Dieter Kampe: „In der Regel mache ich meine tägliche Weiderunde zwischen 19 und 20 Uhr. An dem Sonntag, als der Angriff passiert ist, war ich aber schon um 16.30 Uhr an der Weide. Da habe ich die verletzten Pferde gesehen. Das Fohlen war voller Blut. Gott sei Dank wurde es aber nicht verletzt.“

Kristina Kampe ergänzt: „Zum Glück hatte ich ein Notfallkit im Stall. Ich bin sofort hoch auf die Weide. Eine halbe Stunde später war auch die Tierärztin vor Ort und versorgte die verletzten Pferde“. Neben der Stute, die jetzt erst mal im Stall steht, hatte auch der Hengst Verletzungen. Die seien aber im Vergleich nicht ganz so dramatisch gewesen. Daher könne das Tier weiterhin auf der Weide stehen.

Die Verletzungen am Hals der Stute: Die Halter sind sich sicher, dass sie von Bissen eines Raubtieres herrühren.

Auch knapp eine Woche nach dem Vorfall sind die Verletzungen bei beiden Tieren noch gut sichtbar. Die Kampes vermuten einen Wolf oder einen großen Hund hinter dem Angriff. „Beweisen können wir das natürlich nicht. Wir haben jetzt eine Wildkamera aufgehängt, die wir täglich auswerten, vielleicht erkennt man darauf etwas.“

Mit einem Zollstock zeigt die Westuffelerin die Abstände zwischen den Wunden, die sie als Bissspuren identifiziert: „Biss und Gegenbiss sind immer um die sieben Zentimeter auseinander. Das muss ein großes Raubtier gewesen sein.“ Und auch die Stellen, an denen die Verletzungen zugefügt wurden, wie beispielsweise die Halspartie, würden davon zeugen, dass ein Raubtier am Werk war „Das sieht so aus, als wären die Tiere angefallen worden.“

Die Kosten für die tierärztliche Behandlung können die Kampes derzeit noch nicht absehen: „Wir haben noch keine Rechnung, noch ist aber auch noch nicht alles abgeheilt.“

Aufschluss, ob es sich um einen Hund oder einen Wolf handelt, könnte eine von der Tierärztin im Senckenberg Institut in Gelnhausen eingereichte Probe bringen. Das Institut untersucht solche Proben auf DNA-Spuren. Es ist das Referenzzentrum für Luchs- und Wolfsgeentik in Deutschland. Sollte die Probe noch genügend Genmaterial aufweisen, lässt sich der Verursacher der Bisse mit Sicherheit feststellen.

Dieter Sellemann, Wolfsbeauftragter des Landesjagdverbandes Hessen, sagt, dass ohne eine DNA-Analyse „alles nur ein Stochern im Nebel und reine Spekulation ist“.

Sollte tatsächlich ein Wolf die Pferde verletzt haben, so könnten die geschädigten Pferdehalter möglicherweise ihre Auslagen vom Land erstattet bekommen. Eine Voraussetzung dafür ist, dass die Weidezäune ausreichenden Schutz bieten

Bereits an Ostern hatte es im nur wenige Kilometer entfernten Zierenberger Gut Rangen einen Vorfall gegeben, bei dem ein Wolf mehrere Schafe gerissen hatte. Hier lieferte die DNA-Probe ein eindeutiges Ergebnis. 

Update vom 31.10.2019: In Kammerbach haben Unbekannte ein Pferd im Genitalbereich verletzt. Die Polizei ermittelt wegen Tierquälerei.

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