Pilotprojekt zur Schädlingsbekämpfung läuft gut an

Auf Testfeld bei Grimelsheim: Michael Lenz vom Regierungspräsidium Gießen, Abteilung Pflanzenschutz, zeigt vor Publikum, wie vom Maiszünsler befallene Pflanzen und Kolben aussehen.

Grimelsheim. Eine unorthodoxe Methode zur Bekämpfung des Maiszünslers testet das Land momentan auf einem Feld bei Grimelsheim. Am 24. Juni 2014 startete Michael Lenz vom Regierungspräsidium Gießen auf dem Maisfeld von Eike Hancken den Versuch, Maiszünsler durch den Einsatz von Schlupfwespen zu bekämpfen.

Diese parasitieren die Gelege des Schädlings. Die Eier der Schlupfwespe wurden mittels einer Drohne ausgebracht.

Nach einer ersten Bilanz im August traf man sich nun erneut. Und die Ergebnisse sind gut, das Interesse der Landwirte enorm.

Ein Teil des Feldes wurde einmal mit der Drohne überflogen, ein Teil mittels eines Stelzentraktors mit Chemikalien behandelt und der dritte Teil des Maisfeldes wurde zweimal mit der Drohne überflogen. Allerdings wurde die gleiche Menge an Kugeln mit Eiern der Schlupfwespe ausgebracht. Wie sich in dem Feldversuch aber zeigte, war das zweimalige Ausbringen der Trichogramme mit der Drohne am wirksamsten.

Hier konnte der Befall durch Maiszünsler um 75 Prozent reduziert werden. Im ersten Teil des Feldes, wo nur eine einmalige Ausbringung der Kugeln stattgefunden hat, verzeichnete Michael Lenz einen leicht höheren Befall.

Allerdings ist eine 100-prozentige Erfolgsquote mit dem Einsatz von Trichogrammen nicht möglich. Viele der Maiszünslerlarven sind bereits im unteren Teil der Pflanzen angekommen.

Wichtig ist nun bei der Maisernte so tief wie möglich zu häckseln oder zu dreschen, dass die Larven im Stängel zerschlagen werden, und nicht so viele die Möglichkeit haben, zu überwintern. Denn erst ab einer Temperatur von Minus 30 Grad haben auch die Larven keine Chance mehr, im Rest des Maisstängels auf oder im Boden zu überleben.

Das Ergebnis des Versuches stieß auch bei anderen Landwirten, die zur Auswertung zum Versuchsfeld nach Grimelsheim gekommen waren, auf großes Interesse. Denn nur ein Betrieb im benachbarten Westfalen hat die Möglichkeit, die Behandlung durch Chemikalien mittels eines Stelzentraktors durchzuführen.

So ging am Ende auch eine Frage an den Maschinenring, ob es vielleicht angedacht ist, solch eine Drohne zu erwerben, da hiermit innerhalb einer Stunde mehrere Hektar überflogen werden können.

Sonst stellt sich nur noch die Alternative, die Trichogramme per Hand auszubringen, welche allerdings sehr zeitaufwendig für die Landwirte ist, und zusätzlich eine sehr unangenehme Arbeit, da der Mais schon sehr hoch ist, wenn er durchlaufen wird.

In diesem Versuch zeigte sich auch, dass umweltschonendere Behandlungsmethoden vorhanden sind, die anstatt Chemikalien eingesetzt werden können.

Von Christina Gräbe

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