Ausgebüxtes Känguru: "Ich dachte, ich sei angetrunken"

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Gieselwerder. Die Landstraße windet sich unübersichtlich durch den Reinhardswald. Die schmale Fahrbahn fordert volle Konzentration. Plötzlich, wie aus dem Nichts, steht ein Känguru am Straßenrand. Normen Rueß bremst.

Sogleich hoppelt das Beuteltier gemächlich los. Immer entlang der Straße. Dann wird es mutiger und springt unbedarft vor dem Auto herum. Es lässt sich auch nicht beirren, als der Wagen langsam wieder anfährt.

Normen Rueß fährt die Strecke täglich auf dem Weg zur Arbeit von Trendelburg nach Gieselwerder. So auch am Dienstagmorgen. Ein Känguru ist ihm dabei jedoch noch nie zuvor begegnet. „Ich trinke eigentlich keinen Alkohol, aber in diesem Moment war ich mir kurz nicht sicher, ob ich vielleicht nicht doch angetrunken bin“, erinnert sich der Kaufmännische Angestellte. Damit ihn hinterher niemand für verrückt erklärt, habe er sofort Beweisfotos mit seinem Handy gemacht: „Das glaubt dir sonst doch niemand, dachte ich mir.“

Traute seinen Augen nicht: Normen Rueß

Das Känguru sei überhaupt nicht scheu gewesen und habe sich durch seine Anwesenheit überhaupt nicht aus der Ruhe bringen lassen. „Ich bin ihm bestimmt 50 oder 60 Meter gefolgt, bevor es die Straße wieder verlassen hat“, berichtet der 43-Jährige. Danach sei es im Wald rechts der Straße verschwunden.

„Ich trinke eigentlich keinen Alkohol, aber in diesem Moment war ich mir kurz nicht sicher, ob ich vielleicht nicht doch angetrunken bin.“

Er habe dann sofort beim Tierparkt Sababurg angerufen. „Ich dachte mir, dass das Känguru nur aus dem Tierpark stammen kann. So ein Tier hält man sich ja nicht als Haustier“, lacht Rueß. Dort habe man ihm dann auch gleich bestätigt, dass eines der Kängurus entlaufen war. Nach dem Hinweis wurde das Waldgebiet rund um das ehemalige Gasthaus Waldesruh abgesucht. Allerdings ohne Erfolg. Normen Rueß hat jetzt aber ein paar schöne Erinnerungsfotos und fährt in Zukunft noch vorsichtiger auf der schmalen Landstraße. (jon)

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