Protest in Calden vor dem Rathaus für Umgehungsstraße

Ortsumgehung jetzt: Friedhelm Schaub (links) und Ralf Backhausen bringen mit ihren Schildern auf den Punkt, worum es den Caldenern geht. Foto: S. Hoffmann

Calden. Die Caldener sind mit ihrer Geduld am Ende. Seit Jahrzehnten warten sie auf eine Ortsumgehung, wollen bei den immer neuen Verzögerungen in der Planung nicht mehr länger nur zusehen.

Deshalb gingen die Caldener am Freitag erstmals gemeinsam auf die Straße, gründeten zudem ein Aktionsbündnis, das künftig mit Hochdruck darauf aufmerksam machen soll, dass die Caldener ihren Ortskern wieder für sich zurück haben wollen.

Die rund 200 Teilnehmer demonstrierten dennoch sehr zurückhaltend, verzichteten auf Trillerpfeifen und Tröten und nahmen ihr Motto „Erst kommen wir, dann der Verkehr“ dabei nicht allzu wörtlich. Mehrfach überquerten sie zwar die Holländische Straße, nutzen dafür aber die Grünphasen der Fußgängerampeln, ohne dabei den Verkehr zu behindern. „Unsere Aktion richtet sich nicht gegen die Verkehrsteilnehmer, die auf die B7 angewiesen sind“, stellt Ulrich Meßmer (SPD) klar, der die Demonstration angemeldet hatte. „Wir streiten für eine schnelle Verwirklichung der Ortsumgehung, denn sie ist die Lösung, die allen Beteiligten nützt.“

„Ortsumgehung jetzt!“, brachten die Caldener ihre Forderung auf Transparenten und Schildern unmissverständlich auf den Punkt und stellten klar, dass sie nicht länger Opfer von Planungsverzögerungen sein wollen.

Protest in Calden vor dem Rathaus für Umgehungsstraße

„Es scheint, als habe das Hessische Wirtschaftsministerium schon in den Vorgängerregierungen diese Ortsumgehung nicht mit Hochdruck betrieben, obwohl immer der Eindruck erweckt wurde, dass mit dem Flughafen auch eine Ortsumgehung kommt“, so Meßmer. Dass es nicht schon früher Bürgeraktionen gegeben habe, zeige die Geduld und auch das Vertrauen der Caldener in das Handeln der politisch Verantwortlichen. „Dieses Vertrauen aber wird gerade verspielt“, sagt der Sozialdemokrat, der sich mit der Resonanz auf die kurzfristig angekündigte Demonstration mehr als zufrieden zeigt: „Die Teilnahme von Bürgermeister Andreas Dinges, seinem künftigen Nachfolger Maik Mackewitz sowie weiterer Lokalpolitiker aller politischer Richtungen aus Calden und seinen Ortsteilen unterstreicht die Bedeutung des Themas vor Ort.“

Ortsvorsteher Herbert Günthner hingegen hat sich von der Demonstration mehr versprochen: „Ich bin sehr enttäuscht, die Leute wissen offenbar nicht, um was es hier geht, Anwohner können bei all dem Feinstaub nicht mal mehr vernünftig die Fenster öffnen.“ Bei 3000 Einwohnern hätte er sich eine höhere Beteiligung gewünscht und hofft diesbezüglich auf künftige Aktionen des neugegründeten Caldener Aktionsbündnisses für die Ortsumgehung B7. Jeden dritten Freitag im Monat sollen jeweils um 16 Uhr Aktionen, Demonstrationen und andere Veranstaltungen stattfinden, so auch am Freitag, 21. November, wenn eine erneute Demonstration diesmal über die Holländische Straße, und nicht mehr nur über deren Fußgängerüberwege führen soll.

Von Sascha Hoffmann

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