Radfahrer haben die Wahl: Zwei Routen entlang der Weser

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Unser Tipp: verbinden Sie Land- und Wasserwege. Diverse Fähren, wie hier die in Wahmbeck, erlauben verschiedene Streckenkombinationen.

Oberweser/ Bodenfelde/ Lippoldsberg/ Bad Karlshafen. Es gibt jetzt eine neue Route für Fahrradfahrer zwischen Gieselwerder und Bad Karlshafen. Wir vergleichen die beiden Strecken.

Ein Fernradweg direkt an einer viel befahrenen Bundesstraße ist unattraktiv, die rund acht Kilometer Weserradweg an der B80 zwischen Gewissenruh und Bad Karlshafen waren für Radtouristen also eher ein Ärgernis.

Auf der anderen Weserseite passieren Radfahrer nun auf dem Weg von Gieselwerder nach Bad Karlshafen mit Lippoldsberg, Bodenfelde und Wahmbeck drei Orte, die mit Gastronomie und Sehenswürdigkeiten (Beispiel Klosterkirche Lippoldsberg) zum Verweilen einladen. Landschaftlich und kulturell hat die neue Hauptroute also mehr zu bieten.

Ein bisschen zu steil für einen der beliebtesten Fernradwege: dieser kurze Abschnitt zwischen Wahmbeck und Bad Karlshafen hat es in sich.

Die Tücken zeigen sich während der Fahrt. Start in Bad Karlshafen - der neue Asphalt auf dem früheren Schotterweg rollt bestens. Links der Solling, rechts Bahnstrecke und Fluss, schöne Ausblicke ins Wesertal. Radler und E-Biker jeden Alters, Fahrer mit schwerem Reisegepäck, mit Anhänger, Tandems, Mountainbiker mit Rucksack, ein Liegedreirad: das Publikum ist vielfältig, der Weg gut genutzt. Ein erster kleiner Hügel, kaum der Rede wert, dann ein zweiter und der zieht sich ein bisschen. Gut 30 Höhenmeter sind hier zu erklimmen, eine Familie mit Kind schiebt bereits. Nach knapp fünf Kilometern erreichen wir die Problemzone des Streckenabschnitts. 25 Prozent Gefälle kündigt ein Schild an. Das ist übertrieben, Höhenmesser und Neigungsmesser am Rennrad melden aber doch zwischen 15 und 20 Prozent. Zu viel für einen großen Fernradweg, auch wenn der Abschnitt nicht allzu lang ist. Mehrere ältere Reiseradler haben enorme Mühe, ihre Räder hier überhaupt hochzuschieben, während ein Paar fitter E-Biker mit kräftigem Tritt und ebenso kräftiger Motorunterstützung an ihnen vorbeizieht.

Weiter geht es zum Teil auf Pflastersteinen über Wahmbeck nach Bodenfelde, wo der Weserradweg über die Uferpromenade verläuft. Wenn nicht allzu viele Fußgänger unterwegs sind, klappt das - ansonsten ist der Weg als kombinierter Fuß- und Radweg zu eng. Über Lippoldsberg kommen wir nach Gieselwerder und der Tacho zeigt, dass die neue Hauptroute nur unwesentlich länger ist als die alte, die Ortsdurchfahrten und Steigungen brauchen nur etwas mehr Zeit.

Frisch asphaltiert und gerne genutzt: die neue Hauptroute des Weserradweges kurz vor Bad Karlshafen.

Landschaftlich gewinnt die derzeitige Nummer fünf der beliebtesten deutschen Fernradwege mit der Verlegung der Hauptroute. Auch Reisende, die Wert auf viele gastronomische Pausen und historische Orte legen, sollte man auf die neue Route schicken. Hapert es mit der Kondition oder ist das Rad zu schwer beladen, ist die Alternativroute die bessere Wahl. Auch sportliche Fahrer, für die schnelles Vorankommen auf glattem Asphalt wichtig ist, sind hier gut aufgehoben. Besonders zu empfehlen ist es, beide Varianten mittels der Weserfähren zu kombinieren. Wer die Steigungen in Richtung Bad Karlshafen nicht fahren möchte, setzt in Wahmbeck ans linke Ufer über. Wer die B80 nicht mag aber Sport mit schöner Landschaft verbinden will, genießt ab Gieselwerder den breiten gut asphaltierten Weg links der Weser und wechselt ebenfalls in Wahmbeck auf die neue anspruchsvollere und schönere Strecke. Weserradweg als Baukasten: Dank der Fähren ist für jeden etwas dabei. (zlö)

Im Internet beschäftigen sich verschiedene Seiten mit dem Weser-Radweg. Eine der besten Adressen ist www.weserradweg-info.de, eine Angebot des Vereins Weserbergland.

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