Mammutprojekt

Diskussion um Windparks: "Die Region soll auch profitieren"

Kai Georg Bachmann

Trendelburg/ Reinhardshagen. Kai Georg Bachmann, Bürgermeister in Trendelburg, ist Realist. „Es geht inzwischen nicht mehr darum, ob auf den Höhenzügen des Reinhardswaldes Windräder erstellt werden. Es geht darum, wie die Region aus den Windparks Nutzen ziehen kann.“

Von daher ist der Beschluss der Regionalversammlung vom Montag, in den nächsten Jahren 600 bis 800 Windräder bauen zu lassen (wir berichteten), keine Neuigkeit für ihn.

Schon seit längerem sei diese Entwicklung zu spüren gewesen, sagt Bachmann. Bund und Land wollten die Energiewende, und die Grundsatzentscheidung, hierfür geeignete Höhenzüge zu beplanen, sei bereits gefallen, sagt das Stadtoberhaupt.

Vor diesem Hintergrund hätten die Bürgermeister von neun Anrainergemeinden des Reinhardswaldes die Energiegenossenschaft Reinhardswald gegründet. Sie müsse nun Sorge dafür tragen, dass die Region durch die entstehenden Windparks nicht nur Belastungen zu ertragen habe, sondern das auch Geld im Landkreis bleibe.

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Eine große Gefahr sieht Bachmann darin, auswärtigen Investoren das Feld zu überlassen. Sie planten oftmals gigantische Projekte und verkauften die Anlagen später meistbietend, ohne Rücksicht auf die Landschaft und ihre Bewohner zu nehmen. Eine Bürgerbeteiligung sei unter diesen Voraussetzungen vom Tisch, in solchen Fällen gehe es ausschließlich um Profit.

Das will die Energiegenossenschaft verhindern und daher, so sagt Bachmann, bewerbe man sich um den Zuschlag für die Projektierung der Windparks. Dadurch sieht er eine mögliche Bürgerbeteiligung bei den Windanlagen gesichert, und außerdem würden bei den Planungen Windwurfflächen und nicht so schützenswerte Bestände einbezogen.

Eine andere Sicht der Dinge hat Hermann-Josef Rapp vom Aktionsbündnis Beberbeck, wenn es um Windparks im Reinhardswald geht. Für ihn ist ausschließlich Geldgier die Triebfeder aller Planungen. Sauber erstellte Studien und Kontrollen, wo die Windräder hinpassten, blieben dabei auf der Strecke, befürchtet der Reinhardswald-Kenner und engagierte Naturschützer.

Statt blindlings dem Profit hinterherzurennen, spricht er sich dafür aus, drei Mal zu überlegen, „auf welchen Kuppen die Dinger gebaut werden sollen.“ Die Folgen für Fledermäuse und Vögel seien bisher jedenfalls nicht ausreichend untersucht worden.

Zudem fürchtet Rapp, dass am Reinhardswald irreparable Schäden entstehen, die den Wert der Landschaft auf Dauer beeinträchtigen. Mit diesem Kapital dürfe nicht leichtfertig Schindluder getrieben werden. (kil)

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