Mehr Laubwald ist das Ziel

45.000 Bäume in Reinhardshagen gepflanzt

Zwei Männer stehen vor einem Gatter, in dem junge Laubbäume wachsen.
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Sie begutachten die Anpflanzung: Wolfgang Bertelmann (links, Vorsitzender der Gemeindevertretung) und Revierleiter Hans-Gerit Lüdicke von Hessen Forst.

Etwa die Hälfte des Reinhardshäger Gemeindewaldes ist in den vergangenen drei Jahren Stürmen sowie den Borkenkäfern zum Opfer gefallen.

Reinhardshagen – Nun will die Gemeinde Reinhardshagen dafür sorgen, dass auf den Kahlflächen schon bald wieder ein stabiler Mischwald heranwächst. Mit insgesamt rund 40 Hektar (das sind umgerechnet rund 56 Fußballfelder), die sich über viele kleine Parzellen entlang der östlichen Peripherie des Reinhardswaldes erstrecken, gehört Reinhardshagen zu den Kommunen mit relativ geringem Waldbesitz.

Holzpreis drastisch gefallen

Trotzdem sei der wirtschaftliche Schaden durch den Waldverlust immens, teilt die Gemeinde weiter mit. Zumal die Holzpreise durch das allgemeine Überangebot an Nadelholz drastisch gefallen seien und man mit dem Schadholz nach Abzug der Holzwerbungskosten teils kaum noch Erlöse zu erzielt habe.

Dennoch hat man sich für die Neuanpflanzung entschieden, die jetzt von Bürgermeister Fred Dettmar mit dem neuen Vorsitzenden der Gemeindevertretung, Wolfgang Bertelmann, sowie dem zuständigen Revierleiter Hans-Gerit Lüdicke von Hessen Forst begutachtet wurden. Dettmar bekräftigt noch einmal, welch hohen Stellenwert der Reinhardswald als Ganzes für seine Gemeinde unter anderem als Trinkwasserreservoir, als Naherholungsraum und nicht zuletzt als Urlaubsziel für zahlreiche Gäste habe.

Zügig aufforsten

Man wolle deshalb auf den eigenen Flächen alles daran setzen, die Aufforstungen zügig voranzubringen. Schon bei der Aufstellung des neuen Zehnjährigen Forstbetriebsplanes für den Gemeindewald im vergangenen Jahr wurde festgelegt, dass künftig ein deutlich höherer Laubholzanteil angestrebt wird. Lag das Verhältnis bisher bei rund 60 zu 40 zugunsten der Nadelhölzer, so soll im Zuge der Wiederbewaldung zwei Drittel Laubholzanteil realisiert werden. Daher seien seit Frühjahr 2020 auf knapp zehn Hektar Kulturfläche mehr als 33.000 Laubbäume – vor allem Eichen, Buchen und Ahorne – sowie 12.000 Nadelhölzer, meist Douglasien, gepflanzt worden.

Für die Vorbereitung der Kulturflächen, den Schutz gegen Wildverbiss, für Pflanzenankauf und Pflanzung hat die Gemeinde Reinhardshagen bereits rund 116.000 Euro investiert. „Dies ist eine Summe, die ohne staatliche Fördergelder nur schwer zu stemmen wäre“, räumt Bürgermeister Dettmar ein. Zumal die jungen Bäume in den ersten Jahren intensiver Pflege bedürften, was noch mal hohe Kosten nach sich ziehe.

Klima ist entscheidend

Gerne nehme man in Reinhardshagen daher die staatlichen Hilfen von bis zu 85 Prozent der Aufwendungen in Anspruch, die für eine Waldumwandlung von reinen Nadelholz zu stabileren Misch- und Laubwaldbeständen zur Verfügung gestellt würden, teilt die Gemeinde weiter mit.

Ganz entscheidend für den Kulturerfolg sei jedoch letztlich die Entwicklung des Klimas – insofern sehe er die niedrigen Temperaturen und den Regen im abgelaufenen Monat Mai als positives Zeichen, erklärte der Bürgermeister. (mam)

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