Walddünger kommt per Hubschrauber

800 Hektar werden im Reinhardswald aus der Luft gekalkt

Reinhardshagen. Mit knapp 2500 Tonnen Kalk lässt das Forstamt Reinhardshagen den Reinhardswald kalken. Dafür ist ein Hubschrauber noch etwa zwei Wochen unterwegs.

In dieser Zeit sind Waldwege zwischen Weiße Hütte/Gottstreu und der Saba-burg sowie im Revier Ziegelhütte zwischen Olbetal und Friedwald aus Sicherheitsgründen gesperrt. Im Forstrevier Reinhardshagen wurde bereits gekalkt.

Etwa eine Tonne Kalk lädt der Helikopter bei jedem Flug ab, erklärt Försterin Kristin Gampfer. Auf diese Weise werden etwa 800 Hektar Waldfläche versorgt. Damit will das Forstamt die Bodenversauerung bremsen und die Nährstoffversorgung der Bäume verbessern. Das erhöhe die Stabilität des Waldes. Die Bereiche wurden vor mehr als 15 Jahren zuletzt gekalkt, teilte das Forstamt mit.

„Wir kalken ganz bewusst außerhalb der Brut- und Setzzeit, in der viele Tiere empfindlich auf Störungen reagieren“, erklärte Forstamtsleiter Dr. Markus Ziegeler. Dabei werden auch bestimmte Lebensräume wie Gewässer oder Wald auf besonders nassen oder trockenen Standorten nicht angeflogen. Damit wollen die Forstleute eine mögliche Veränderung in der Artenzusammensetzung in diesen Gebieten ausschließen, ergänzte der Forstamtsleiter. Mit der Flächenauswahl und dem Zeitpunkt will das Forstamt mögliche Störungen für Waldbesucher auf ein Minimum reduzieren. Einschränkungen ließen sich jedoch nicht vollständig vermeiden.

An den Wochenenden bleibt der Hubschrauber auf dem Boden. Nicht angeflogen wird das beliebte Naturschutzgebiet Urwald Sababurg. Bis auf einen Randweg in der letzten Phase bleibt auch das Gelände des Friedwaldes außen vor. Die für die Kalkung gesperrten Waldareale können auf einer Karte des Forstamtes unter www.hessen-forst.de (Forstamt Reinhardshagen) eingesehen werden. 

Magnesiumkalk liefert Nährstoffe

Mit einer Waldkalkung wird der pH-Wert der Waldböden auf Buntsandstein zum Ausgleich von Nährstoffverlusten verbessert. Durch den sauren Regen der Vergangenheit ist pflanzenverfügbares Calcium und Magnesium in diesen Böden stark reduziert worden. Zwar hat sich die Säurebelastung seit Mitte der 80er-Jahre deutlich reduziert, dennoch muss die Basensättigung solcher Böden verbessert werden. Der Magnesiumkalk führt wichtige Pflanzennährstoffe zu, stabilisiert die Tonminerale und erhöht die Wasserqualität. Durch die verbesserte Ernährung werden die Waldbestände vitalisiert und die bodenwühlende Fauna, wie etwa Regenwürmer, wird begünstigt, was wiederum die Humusbildung und das Wurzelwachstum fördert. Die Auswirkung sollte langfristig an dichteren Baumkronen erkennbar sein.

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