Marija-Jolin Schlossbauer steckt mitten in den Prüfungen

Abi in Zeiten von Corona: Nicht nur das Gelernte im Kopf

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Sie lernt nur noch allein für das Abitur: Marija-Jolin Schlossbauer versucht, das Beste aus der derzeitigen Ausnahmesituation zu machen.

Mitten im Abitur braucht man einen freien Kopf. In Zeiten wie diesen, wo sich fast alles um das Coronavirus dreht, ist das gar nicht einfach.

So zumindest sieht es Marija-Jolin Schlossbauer, die am morgigen Dienstag und darauffolgenden Mittwoch ihre letzten Abiturprüfungen schreiben wird.

Seit zwei Wochen hat die Reinhardshägerin nun schon keinen persönlichen Kontakt mehr zu ihren Mitschülern der Kasseler Elisabeth-Knipping-Schule, da seitdem kein Unterricht mehr stattfindet. „Das ist eine schwierige Situation, weshalb wir uns auch gewünscht hätten, dass die Prüfungen verschoben werden“, erklärt die 18-Jährige. Deshalb unterschrieben ihre Mitschüler und sie eine entsprechende Petition, die allerdings erfolglos blieb.

Kontakte unter Schülern über Whatsapp und Co

Als „schwierig“ bewertet Schlossbauer die Situation, da gerade in der heißen Phase, also in den letzten Wochen vor den Prüfungen, keine Normalität mehr herrschte. „Wir haben uns beispielsweise nach der Schule an der Uni zum Lernen zusammengefunden, was ja nun nicht mehr möglich war.“ Somit laufe seitdem alles nur noch digital, also per WhatsApp-Nachrichten oder E-Mail. Auch der Kontakt zu ihrer Lehrerin findet nur auf diesem Weg statt. „Es ist schon ungünstig, da wir neben unserem Lernstoff noch permanent Corona im Kopf haben.“

Und das wird, wie die junge Frau vermutet, erst mal so weitergehen: „Bei der ersten Prüfung mussten wir in kleinen Gruppen durch unterschiedliche Eingänge das Schulgebäude betreten.“ Im Prüfungsraum selbst hätten sie dann nicht als Klasse, sondern nur zu zehnt sitzen dürfen. Auch die geforderte soziale Distanz macht Schlossbauer zu schaffen: „Normalerweise würde man sich vor einer Prüfung in den Arm nehmen und Glück wünschen“, sagt sie und verweist traurig auch auf das Prüfungsende. „Nach der letzten Prüfung wird gewöhnlich gefeiert, doch all das können wir vergessen – ganz zu schweigen von unserem Abiball auf den sich alle gefreut hatten.“

Was kommt nach dem Abi?

Die 18-Jährige erlebte auch eine lange Phase des Bangens: Bis einen Tag vor ihrer ersten Prüfung war die Schülerin extrem verunsichert. Vonseiten ihrer Schule gab es so gut wie keine Informationen, ob das Abi überhaupt stattfände. „Wir haben die ganze Zeit die Medien beobachtet – und uns war erst am Abend vor der Prüfung klar, dass wir tatsächlich Abi schreiben werden“, schildert sie. Normalerweise wollte Schlossbauer nach dem Abitur erst mal die Zeit genießen, Trips in andere Städte machen und ein wenig Geld bis zum Studienbeginn verdienen. „Aber selbst das stelle ich gerade infrage, da ja niemand weiß, was die nähere Zukunft bringt.“

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