Arbeiten sollen im Frühjahr 2017 beendet sein

Beton-Kur für alte Brücken im Reinhardswald

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Auf den Grund gegangen: Baggerfahrer Bernd Nattebrede (im Bild, unterstützt von Steven Schlessner mit der Schaufel) zog Suchgräben und legte die Außenmauern der Sandsteinbrücken frei, damit sie untersucht werden können. Ein Teil der 224 Jahre alten Brücken (hier die kleinere mit dem Wasserdurchlass) soll im Originalzustand erhalten werden, der Rest wird erneuert. 

Reinhardshagen. Ganz auf den Grund gehen die Experten derzeit den beiden historischen Straßenbrücken im Hemelbachtal bei Veckerhagen.

Seit 244 Jahren stecken sie im Boden, haben Millionen von Füßen, Hufen und Rädern ertragen und sind nun so mitgenommen, dass sie nun für 1,2 Mio. Euro erneuert werden müssen. Weil die 1792 bis 1793 erbauten Sandsteinbrücken der Straße von Veckerhagen nach Kassel unter Denkmalschutz stehen, erfolgen die Arbeiten so, dass die Optik erhalten bleibt.

Für die Baufachleute waren die beiden bisher weitgehend unter Fahrbahn und Erddamm verborgenen Bauwerke ein Überraschungspaket. Erst jetzt kamen beim Freilegen durch einen Bagger die wirklichen Konstruktionsverhältnisse und Zustände im Boden zu Tage. Weil sie denkmalgeschützt sind, müssen sie so erneuert werden, dass die historische Ansicht so weit wie möglich bestehen bleibt.

Damit die Bauarbeiten ohne Behinderungen des Verkehrs auf der Landesstraße erfolgen können, wurden zwei Umfahrungen auf neu angelegten Straßendämmen gebaut, über die seit der vergangenen Woche der Verkehr rollt. Neben der kleineren Brücke über eine Grundwasserableitung wurden Rohre durch die Behelfsstraße gezogen, bei der größeren Hemelbachbrücke wurde eine Fertigbrücke über den Hemelbach verlegt.

Umfahrung: Für jede der beiden Brückenbaustellen (rechts die größere Brücke über den Hemelbach) wurde eine Behelfsstraße auf einem eigens aufgeschütteten Damm angelegt, damit der Verkehr vorbeigeleitet werden kann. Die Landesstraße selbst ist zu schmal, um Baustellen plus Verkehr aufzunehmen.

Die Sandsteingewölbe sollen erhalten und mit einer Betonkonstruktion überbaut werden, die künftig das Gewicht trägt. Dazu wurden zwei Bauvarianten erarbeitet (siehe rechts). Welche umgesetzt wird, muss der Statiker nach der Prüfung der vorgefundenen Gründungskonstruktion im Boden und des Zustandes der Gewölbe- und Wandbauteile (Kämpfer) entscheiden.

Zur Untersuchung des Untergrunds wurden im Vorfeld zwei Kernbohrungen von je zehn Meter Tiefe bei der Brücke und eine weitere im Bereich der Umfahrung niedergebracht, ergänzt durch Rammsondierungen. Demnach ist der Untergrund aus dichten Sandsteinschichten und Weserkieslagen sehr stabil.

Allerdings müssen Umleitungen für das Bachwasser und wegen des hohen Grundwasserstandes Pumpen und Ableitungen vorgesehen werden. Die Arbeiten sollen bis Frühjahr 2017 beendet sein. Die Gesamtkosten sind mit 1,2 Mio. Euro veranschlagt.

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