Neujahrsempfang Reinhardshagen

Dettmar hält sich zu Kandidatur bedeckt

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Ausblick auf das neue Jahr: Auf dem Bild sind (von links) Vizebürgermeister Albert Kauffeld, Dr. Marcus Schmidt von Hessen Forst, Bürgermeister Fred Dettmar und Vizelandrat Andreas Siebert. 

Beim Neujahrsempfang in Reinhardshagen wurde einiges besprochen. Ob Bürgermeister Fred Dettmar wieder kandidieren möchte, ist allerdings immer noch unklar.

Nein, die Katze hat er noch immer nicht aus dem Sack gelassen. Sicherlich hatten sich die Reinhardshäger beim Neujahrsempfang ein Signal ihres Bürgermeisters erhofft, ob dieser erneut zur Wahl im kommenden Jahr antreten wird. Doch Fred Dettmar schwieg, bat am Samstag in der örtlichen Wesertalhalle dafür noch um etwas Zeit.

Im ersten Halbjahr dieses Jahres will er sich dazu äußern, ob er sich eine mögliche dritte Legislaturperiode vorstellen kann. „Nach einem Jahr voller Gefühlsschwankungen, zwischen Herzinfarkt und Karl-Opa-werden, zwischen Riesenspaß an der Arbeit und Zeichen von Ermüdung, geben Sie mir, geben Sie uns, noch etwas Zeit, eine endgültige Entscheidung zu treffen“, appellierte er an das Publikum am Ende seiner einstündigen Mammut-Rede.

 In dieser wagte das Gemeindeoberhaupt einen Rundumschlag von der Politik auf Bundesebene, blickte auf Sturm Friederike zurück, sprach über Straßenbeiträge, Abwasserkosten, das bald kommende „turboschnelle“ Internet, das neue Baugebiet, das Für und Wider der Hessenkasse, die anstehenden Mehrausgaben und nicht zuletzt in ausführlicher Weise über den „Frontalangriff auf den Reinhardswald“ durch Windräder.

Plan zur Umsetzung der Energiewende

Dass das Waldgebiet Dettmar sehr am Herzen liegt, wurde überaus deutlich. „Was die hessische Landesregierung, insbesondere der grüne Anteil, mit unserem Reinhardswald fabriziert ist wahrhaft abenteuerlich“, erklärte der 56-Jährige. Noch immer sei das Thema Salzpipeline nicht vom Tisch - K+S versuche derzeit die Front der Gegner bei Gesprächen im Stillen aufzuweichen, berichtete er und hoffte, dass sich die Kali-Krise am Weltmarkt und die wirtschaftliche Lage des Konzerns, positiv für sie auswirken könne.

 Auch die weitere Bedrohung von Hessens größtem zusammenhängenden Waldgebiet, nämlich die „riesigen Windenergieanlagen der 5-MW-Klasse von 250 Meter Höhe“ thematisierte er. Dies sei ein geplanter Umweltfrevel unter dem Deckmantel der Energiewende, so Dettmar. Er forderte, dass ein Plan zur koordinierten Umsetzung der Engergiewende aufgestellt wird. Gemeinden wie Liebenau kämpften darum, Windräder aufbauen zu dürfen, würden aber vom Teilregionalplan daran gehindert, eben der Plan, der diese im Reinhardswald vorsehe. „Alles geht hierbei durcheinander und nur der schnöde Mammon regiert die Akteure.“ Was diesen angeht, wird Reinhardshagen aus seinem 40 Hektar großen Gemeindewald erstmal nicht viel Geld in Zukunft rausholen können.

Geburtenrate bleibt konstant

Grund dafür ist der Sturm Friederike, der die Ernte erstmal erübrigt. Zwar nicht dramatisch, aber ähnlich unschön auch der Bevölkerungsrückgang in der Gemeinde: „Waren es 2017 noch 35 Einwohner, so verlangsamte sich die Entwicklung vergangenes Jahr auf 20 Bürger.“ Die Geburtenrate sei hingegen konstant. Und sein Rezept dagegen? „Mit guter Infrastruktur punkten.“ Auch wenn einiges angegangen werden muss, ist das Gemeindeoberhaupt doch davon überzeugt, dass seine Gemeinde gut, ja teilweise sehr gut aufgestellt sei.

Darauf lasse sich prima aufbauen, so lange man sich als Einheit verstehe, eben als eine Gemeinde. 

Landesehrenbrief für Tischlermeister Frank Gerth

Den Ehrenbrief des Landes Hessen bekam Frank Gerth aus Veckerhagen für sein Ehrenamt in der Gemeindevertretung und der Freiwilligen Feuerwehr Reinhardshagen. Der 59-jährige Schreinermeister war von 1998 bis 2017 in der Gemeindevertretung aktiv und von 1977 an bis heute in der Feuerwehr. Vizelandrat Andreas Siebert ehrte ihn dafür mit der hohen Auszeichnung.

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