Gemeinde startet Umfrage

Dettmar will kurzen Weg über die Weser

Die Weserfähre überquert auf diesem Archivbild gut gefüllt die Weser von Veckerhagen nach Hemeln.
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Die Weserfähre ist eine wichtige und derzeit die kürzeste Verbindung zwischen Veckerhagen und Hemeln. Auch wenn eine Brücke gebaut werden sollte, werde am Bestand der Fähre nicht gerüttelt, sagt Bürgermeister Fred Dettmar.

Die Verbindungen von Reinhardshagen nach Hann. Münden sind kurz. Deswegen wird jetzt Zusammenarbeit ausgelotet. Die Bürger sollen in einer Umfrage dazu ihre Wünsche äußern.

Reinhardshagen – Ob Schule, Arbeitsplatz, Krankenhaus oder Freizeit: Der Weg in die niedersächsische Nachbarstadt ist für Reinhardshäger einfacher und schneller. Hann. Münden ist für den Weserort zum Mittelzentrum geworden.

Diese Nähe wollen die Bürgermeister Fred Dettmar und Tobias Dannenberg (Hann. Münden) ausbauen. „Wir müssen in Regionen denken und nicht in Ländergrenzen verharren“, betont Dannenberg. Der junge Christdemokrat hat am 1. November sein Amt als Bürgermeister angetreten. Er steht der Zusammenarbeit aufgeschlossen gegenüber. Für Fred Dettmar ist die schon länger ein Thema.

Im vergangenen Jahr haben der Rat in Münden und die Gemeindevertretung in Reinhardshagen eine Machbarkeitsstudie zur Vertiefung der Zusammenarbeit in Auftrag gegeben. Mit der Studie wird ermittelt, ob und in welchen Bereichen es sich anbiete, dass beide Kommunen näher zusammenrücken. Erstellt wird die Studie von dem Beratungsbüro, das auch die Fusion von Wahlsburg und Oberweser begleitet hatte.

Bereits jetzt sei die Zusammenarbeit in vielen Bereichen sehr gut. „Wir haben uns beispielsweise beim Kauf von Streusalz zusammengetan, auch unsere Feuerwehren helfen sich gegenseitig bei Einsätzen, sagt Dettmar. Die Kommunalen Dienste Mündens bringen in Reinhardshagen Parkplätze und Sportplätze in Schuss.

Die Studie wird mit 20 000 Euro vom Land Hessen und mit 5000 Euro aus Niedersachsen gefördert, erklärte Fred Dettmar. Dabei sei man in Wiesbaden ganz gespannt, welche Möglichkeiten der Zusammenarbeit über Ländergrenzen hinweg möglich sein werden.

Dettmar zählt einige Punkte auf, wo die Bewohner von Reinhardshagen und Hemeln schon jetzt grenzüberschreitend unterwegs sind. Die Hemelner nutzten die Fähre nach Reinhardshagen, um dort zum Arzt oder zur Apotheke, zur Arbeit oder zum Einkaufen zu gehen. Umgekehrt schätzten die Reinhardshäger das Kulturangebot und das vielfältige Vereinsleben auf der anderen Weserseite in Hemeln.

Als Einstieg in die engere Zusammenarbeit der Verwaltungen kann sich Dettmar das Standesamt vorstellen. Das Personenstandswesen sei zwischen Flensburg und Garmisch-Partenkirchen gleich. Dann könnten Hemelner Standesamtsangelegenheiten in Veckerhagen regeln.

Für die Verbesserung der Verbindung hält Dettmar eine Brücke über die Weser für notwendig. Auf 30 Kilometern gebe es zwischen Münden und Gieselwerder keine Möglichkeit, die Weser zu überqueren. Dettmar erinnerte daran, dass in den 1960er-Jahren erste Initiativen vom damaligen Hemelner Bürgermeister ausgegangen seien. Für ihn stehe außer Frage, dass die Fähre zwischen Hemeln und Veckerhagen erhalten bleibe. (Bernd Schünemann, Thomas Schlenz)

Umfrage läuft bis zum 17. Dezember

Die Bürgerumfrage zum Thema Zusammenarbeit ist schon gestartet. Sie endet am 17. Dezember. Bis dahin müssen die Antworten online oder schriftlich abgegeben werden. Parallel findet eine reine Online-Umfrage für die 11- bis 15-jährigen Reinhardshäger statt. Die Umfrage ist anonym, sagt Bürgermeister Dettmar. Fragebögen gibt es im Supermarkt und im Bürgerbüro im Rathaus. Im Rathaus können die ausgefüllten Fragebögen wieder abgegeben werden.  (Bernd Schünemann)

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