Bestand im Reinhardswald ist gesichert

Forscher: Das Rätsel um die weißen Hirsche ist gelöst

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Um sie rankt sich ein Aberglaube: weiße Rothirsche. Das Bild zeigt sie im Tierpark Sababurg.

Reinhardshagen/Gießen. Forscher der Uni Gießen haben herausgefunden, warum es im hessischen Reinhardswald weiße Hirsche gibt.

Verantwortlich für die Veränderung des Rotwilds sei ein spezielles Gen. Damit sei der Bestand der weißen Tiere auch ohne Hilfe des Menschen gesichert, sagt Gerald Reiner, Professor der Klinik für Wiederkäuer und Schweine. Denn auch Hirsche mit normaler Fellfarbe könnten im Reinhardswald weißen Nachwuchs bekommen.

In Hessens Nordspitze lebt eine vergleichsweise hohe Zahl des weißen Rotwilds. Die Forscher gehen von bis zu 50 Stück aus. Gerald Reiner hatte die Frage untersucht, ob es sich um eine eigene Population handelt. Dann wäre der Bestand bedroht gewesen: „50 Tiere können sich nicht allein erhalten“, erklärt der Professor. Die Genvielfalt leide und damit sinke die Widerstandsfähigkeit gegen Umweltveränderungen.

Die Forscher untersuchten Geweih-Proben aus Nordhessen von weißen und braunen Tieren. „Wir haben es geschafft, das Gen zu finden, und können genau sagen, wie hoch der Prozentsatz der Träger ist“, erklärt Reiner. Demnach tragen 16 Prozent der braunen Tiere im Reinhardswald das Erbgut für das weiße Fell in sich, an der Grenze zu Niedersachsen sogar 26.

Das bedeute, dass selbst aus den 1000 Tieren des braunen Rotwildbestands im Wald jährlich zwei weiße Hirsche hervorgingen. Beide Eltern müssten dafür das weiße Gen haben, sagt Reiner.

Nach Einschätzung des Deutschen Jagdverbands ist die Population weißer Tiere in Hessens Norden durch ihre Größe „etwas ganz Besonderes“. Um sie rankt sich zudem ein Aberglaube unter Jägern: Wer einen weißen Hirsch schießt, stirbt kurz darauf

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