Gemeinde setzt Projekte mithilfe von Land und Bund um

Geld beschleunigt Klimaschutz in Reinhardshagen

Hochwertig: Ministerin Eva Kühne-Hörmann (links Parlamentschef Wolfgang Bertelmann, rechts Bürgermeister Fred Dettmar), sah sich auch die mit Zuschüssen vorbildgetreu erneuerten Rathaustüren an .
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Hochwertig: Ministerin Eva Kühne-Hörmann (links Parlamentschef Wolfgang Bertelmann, rechts Bürgermeister Fred Dettmar), sah sich auch die mit Zuschüssen vorbildgetreu erneuerten Rathaustüren an .

Die Neuerung sieht man erst auf den zweiten oder dritten Blick: Die Türen am Vorder- und Hintereingang des historischen Rathauses in Veckerhagen sehen blau-weiß aus wie immer, doch sie sind jetzt schwerer und energiesparender.

Reinhardshagen. „Die alten Fichtenholztüren sind durch neue aus Eichenholz mit Isolierverglasung ersetzt, was immerhin 12.800 Euro kostete.Diese Maßnahmen zur Energieeinsparung und zum Klimaschutz konnten wir nur jetzt schon umsetzen, weil es Zuschüsse gab. Unser Haushalt allein hätte es nicht hergegeben“, erklärte jetzt Bürgermeister Fred Dettmar im Gespräch mit Justizministerin Eva-Kühne Hörmann. Diese überbrachte anlässlich des Abschlusses der Förderung aus dem KIP-Programm für Reinhardshagen und stellvertretend für den Finanzminister den Bescheid über die letzte Zuschussrate von 2528,03 Euro für die Türen.

Insgesamt erhielt Reinhardshagen rund 344.000 Euro vom Bund und 114.000 Euro vom Land. Bei Besichtigung der neuen Türen erklärte die Ministerin, dass mit dieser und den übrigen energetischen Erneuerungen das gesamte Gebäudes aufgewertet und gleichzeitig in die klimaschonende Zukunft investiert werde. Das KIP trage dazu bei, dass Investitionen in den Kommunen getätigt werden können, die sonst nicht oder erst viel später vorgenommen worden wären, sagte Kühne-Hörmann. Bürgermeister Fred Dettmar erklärte, dass das Augenmerk hauptsächlich auf dem umweltfreundlichen Austausch von Fahrzeugen, Anlagen und Gebäudeteilen lag, die helfen, das Klima zu schonen.

Heizungen erneuert

Über das Kommunale Investitions-Programm (KIP) gibt es 90-prozentige Zuschüsse vom Bund, wo die Gemeinde zehn Prozent übernimmt, und 80-prozentige Zuschüsse vom Land, wobei auf die Gemeinde jeweils 20 Prozent entfallen. Über den Bundeszuschuss mitfinanziert wurden im Bereich Energetische Sanierung von Infrastrukturmaßnahmen: Modernisierung des Rathauses mit Gasbrennwertkesel statt Nachtspeicherheizung, Schornsteinrückbau, neue Innenfenster zweites Obergeschoss, Dämmung und Ausbau Dachboden, Umstellung auf LED-Beleuchtung innen und außen, Dämmung von Kellerdecke und Fußboden und Austausch der Haustüren (total 140 000 Euro, davon 123 500 Euro vom Bund). Neue Brennwertheizung für die Wesertalhalle (45 000 Euro, davon 40 500 vom Bund). Im Bereich Luftreinhaltung wurde der Kauf eines Bauhoffahrzeuges mit besseren Emissionswerten und besserem Schutz der Mitarbeiter vor Abgasen bezuschusst (Gesamtkosten 159 000 Euro, vom Bund 142 515 Euro).

Neue Türen und Schallschutzwände

Darüber hinaus gab es vom Land Zuschüsse für sonstige kommunale Infrastrukturmaßnahmen: Austausch der alten Alutüren im Hallenbad gegen energiesparende Konstruktionen (18 866 Euro, davon 15 092 Euro vom Land), Erneuerung von fünf alten Friedhofstoren (14 000 Euro, Land: 11 200 Euro), Austausch der Kunststoffakustikwände an den Giebelseiten gegen schallabsorbierende Trockenbauplatten mit Wärmedämmung (42 142 Euro, Land: 33 713 Euro) sowie Erneuerung der Heizung im Kindergarten Veckerhagen mit Brennwertkessel (15 822 Euro, Land: 12 657 Euro).

Im Gespräch über die Effektivität von Förderprogrammen waren sich Bürgermeister und Ministerin einig, dass es für kleine Kommunen schwierig sei, an große Fördertöpfe zu kommen. Das KIP erlaube Maßnahmen mit vielen kleinen Schritten. Dettmar unterstrich, dass eine möglichst unbürokratische Abwicklung wichtig sei. Immerhin erlaube das KIP den Maßnahmenstart schon vor der Förderzusage.

Leben auf dem Land wird beliebter

Thema war auch die Bedeutung von Straßen, Baugebieten und Internetanbindung für den ländlichen Raum. Dieser werde laut Dettmar in der Corona-Lage mit steigender Zahl an Zuhause-Arbeitsplätzen wieder attraktiver zum Wohnen.

Angesichts der aktuellen Pandemie sei es unklar, ob eventuell ein drittes KIP nötig und möglich werde. Die Flutkatastrophen hätten gezeigt, dass es noch viele Baustellen gebe. So sind etwa alle sechs Warnsirenen in Reinhardshagen betriebsbereit, aber nur zwei lassen sich fernauslösen, da es Konflikte bei der digitalen Ansteuerung gibt. Analoge Technik sei da sicherer, hieß es. (Thomas Thiele)

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