DLRG Reinhardshagen fehlt das tägliche Training

Geschlossene Bäder: Rettungsschwimmer sorgen sich um ihre Routine

Immer den Blick auf das Wasser gerichtet: Unser Symbolbild zeigt ein Mitglied der Deutschen Lebensrettungs-Gesellschaft am Berliner Wannsee. Vielen Rettern fehlt aufgrund der Corona-Pandemie, und den damit verbundenen Schließungen von Bädern, das regelmäßige Training.
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Immer den Blick auf das Wasser gerichtet: Unser Symbolbild zeigt ein Mitglied der Deutschen Lebensrettungs-Gesellschaft am Berliner Wannsee. Vielen Rettern fehlt aufgrund der Corona-Pandemie, und den damit verbundenen Schließungen von Bädern, das regelmäßige Training.

Coronabedingter Ausfall von Schwimmunterricht, kaum Training für Rettungsschwimmer: Die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft stellt sich auf einen schwierigen Sommer ein.

Reinhardshagen – Sie warten und warten und warten auf die Öffnung: Die Schwimmer der DLRG des Ortsvereins Reinhardshagen sitzen wortwörtlich auf dem Trockenen. Dabei ist das Becken des Freibads in Veckerhagen schon gefüllt und der Regen lässt die Rettungsschwimmer auch kalt.

Einen strikten Plan für Kleinstgruppen hatten sie erstellt. Nach den Herbstferien im vergangenen Jahr sollte dieser in Kraft treten, die rund 80 Schwimmer wieder trainieren lassen. Das klappte. Allerdings nur ein Mal. „Dann kamen schon wieder die Einschränkungen und wir mussten den Trainingsbetrieb erneut einstellen“, erzählt Stefanie Hellwig, Vorsitzende der DLRG Reinhardshagen.

Stefanie Hellwig

Das regelmäßige Üben sei wichtig, so Hellwig. Die Abläufe müssen für die Retter selbstverständlich sein. Doch die Routine fehlt – und das bereitet ihnen Sorgen. „Wir müssen rettungsfähig sein. Die Saison startet und viele werden in diesem Jahr ihren Urlaub in Deutschland verbringen“, sagt Hellwig. Die Rettungsschwimmer des Ortsvereins Reinhardshagen können sich melden und werden dann, je nachdem wie lang sie möchten, zwei Wochen oder länger als ehrenamtliche Rettungsschwimmer beispielsweise an der Nordsee eingesetzt. Dafür benötige es genügend Praxis.

Kinder ertrinken leise. Sie schlagen nicht mit den Armen um sich oder tauchen hektisch auf und ab.

Stefanie Hellwig

Und nicht nur dafür. „Jedes Jahr muss ein Nachweis über die Rettungsfähigkeit erbracht werden. Zusätzlich müssen unsere Retter alle zwei Jahre eine Prüfung für das Deutsche Rettungsschwimmabzeichen bestehen“, erklärt die Vorsitzende weiter.

Geschlossene Hallen- und Freibäder bedeuten auch, dass Schwimmkurse für Kinder auf der Strecke bleiben. Sowohl in den Vereinen als auch im Schulunterricht. Hellwig blickt auch deswegen der Badesaison mit gemischten Gefühlen entgegen: „Die Schwimmerfahrungen fehlen den Kindern.“ Deshalb sollten Eltern die Kinder niemals unbeaufsichtigt ins Wasser lassen. „Kinder ertrinken leise. Sie schlagen nicht mit den Armen um sich oder tauchen hektisch auf und ab. Sie gehen einfach unter“, betont Hellwig.

Hoffen auf eine schnelle Rückkehr ins Training

Bei all den fehlenden Trainingseinheiten und Kursen gibt es aber noch etwas anderes, das vor allem von den Jüngeren vermisst werde: Veranstaltungen und Ausflüge. „Wir richten jedes Jahr ein Sommerfest aus, machen eine Schlauchboottour, bieten Jugendfreizeiten an, arrangieren eine Weihnachtsfeier. Es ist schade, dass auch noch das, was Spaß macht, wegfällt“, sagt Hellwig.

Sie hofft, dass schnell wieder ins Training zurückgefunden werden kann. Bis jetzt habe man im Ortsverband dahingehend noch nichts gehört. Im vergangenen Jahr durften sie Ende Mai wieder mit ihren Schwimmübungen beginnen – noch vor den normalen Besuchern. „Dafür wurden extra Hygienekonzepte erarbeitet“, berichtet Stefanie Hellwig. Bis es wieder soweit sein wird, bleibt den DLRG-Mitglieder nur eines: warten. (Nela Müller)

Freibäder wären für Besucher startklar

Für viele Freibäder beginnt die Saison eigentlich Mitte Mai. Doch im Kreis Kassel wird es Juni werden. Der Grund sind die seit Montag landesweit geltenden neuen zwei Regel-Stufen. Die erste greift, wenn die Inzidenz fünf Werktage unter 100 liegt. Die zweite gilt, und erst bei ihr dürfen Bäder öffnen, falls der Wert von 100 weitere zwei Wochen nicht überschritten oder – was unwahrscheinlich ist – fünf Tage unter 50 sinkt. Sollte also heute die 100er-Grenze dauerhaft geknackt werden, wäre ab 9. Juni eine Öffnung möglich. Gestern lag die Inzidenz im Kreis bei 103,9.

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