Heimat- und Traktorenscheune in Vaake als Museum wieder aufgebaut

Kaffeekränzchen: Die Familie Dettmar mit Sabine Dettmar-Buchholz (Schwester von Michael Dettmar), Helmut Mudra (Ehemann der Schwester), die gute Seele des Hauses Hilde Dettmar, Julian Buchholz (Sohn von Sabine Dettmar-Buchholz) Michael Dettmar, Natja Dettmar (Tochter von Michael und Heike Dettmar) und Heike Dettmar (von links). Nicht auf dem Foto Florian Dettmar (Sohn von Michael und Heike Dettmar). Foto: Siebert

Vaake. Ein gusseisernes Bügeleisen hält Michael Dettmar in der Hand. „Das ist das einzige Stück, das den Brand überstanden hat, das habe ich aus der Brandruine rausgeholt", berichtet er.

Es ist ihm anzumerken, dass der Schreck der Brandnacht in der Vaaker Heimat- und Traktorenscheune noch nicht überwunden ist.

Doch schnell wurde in der Familie der Entschluss gefasst, die Scheune als Museum wieder aufzubauen. „Uns ist klar, dass sich das alles nie mehr ersetzen lässt“, so Michael Dettmar. „Aber trotzdem versuchen wir, etwas für die Nachwelt zu schaffen“.

Zur Bestückung des Museums haben viele Menschen aus der Gemeinde, der näheren und weiteren Umgebung, bis hin zur holländischen Grenze beigetragen. Den Anfang machte Bürgermeister und Namensvetter Fred Dettmar noch an der Brandruine mit Musquetsche und einer Fruchtschippe. Zum Fest der Vereine hatte der Feuerwehrverein Vaake zur Bestückung des Motivwagens zum Festumzug jede Menge alte Gegenstände aus früheren Zeiten zusammengesammelt und diese nach dem Umzug den Dettmars überreicht.

„Es kamen immer wieder Anrufe von Familien aus vielen Ortschaften, die alte Gegenstände, Kleidung und Möbel für die Museumsscheune zur Verfügung stellen wollten“, freut sich Michael Dettmar. „Wir haben alles abgeholt, sortiert, manches ein wenig aufgearbeitet und nun hier untergebracht“. Man habe nicht damit gerechnet, dass so viele Menschen helfen würden.

Während sich die alte Scheune zweigeschossig präsentierte, ist jetzt alles ebenerdig. Drei Zimmer (Wohnzimmer, Schlafzimmer und Küche) und eine Werkstatt befinden sich an einer Scheunenseite. Die Zimmer sind mit Möbeln, Teppichen, Lampen voll eingerichtet und mit vielen Haushaltutensilien, Spielzeug, edlem Porzellan, Büchern, Bildern und Zeitschriften aus Großmutters Zeiten bestückt. Selbst die Nachttöpfe unter den Betten fehlen nicht. Die Schränke sind voll mit Kleidung, Tischwäsche, Handtüchern, Bestecken und Geschirr. Besonders sorgfältig wurde mit der geschenkten Kleidung umgegangen Hilde Dettmar, die Mutter von Michael Dettmar, hat die Kleidung sorgfältig gereinigt, gebügelt und sortiert. Es sind originale Schwälmer Trachten von 1903 dabei. Bis auf einen Waschständer mit Waschschüssel und einer alten Badewanne mit Füßen fehlt eigentlich nichts an einem kompletten Haushalt. „Wenn wir diese beiden fehlenden Dinge irgendwo erstehen könnten, würden wir uns freuen“, sagt Michael Dettmar.

Im größeren Bereich der Scheune sind alte, aber restaurierte, Traktoren untergebracht. Erntegegenstände und sämtliche Geräte, die in der Landwirtschaft früher benötigt wurden. Besondere Schätzchen sind ein Fernseher und ein Radio aus den 50er Jahren. Es lässt sich nicht beschreiben, man muss es einfach gesehen haben und wird begeistert sein.

Von Petra Siebert 

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