Ohne Anschluss

Familie wartet seit zwei Jahren auf bestellten Glasfaser-Anschluss

Warten auf Verbindung: Peter Lengemann (links) und Gerd Kautscha aus Vaake warten noch immer auf ihren Glasfaseranschluss. Der hätte bereits im April 2019 fertig sein sollen.
+
Warten auf Verbindung: Peter Lengemann (links) und Gerd Kautscha aus Vaake warten noch immer auf ihren Glasfaseranschluss. Der hätte bereits im April 2019 fertig sein sollen.

Kein Telefon, kein Internet, kein Handyempfang – diesem Zustand soll mit dem stetig vorangetriebenen Netzausbau entgegengewirkt werden. Das klappt nicht überall.

  • Eine Familie aus Vaake im Kreis Kassel wartet seit zwei Jahren auf den Internet-Anschluss.
  • Die nötige Glasfaser-Leitung wurde noch nicht verlegt.
  • Die Familie ist sauer.

Ingrid und Peter Lengemann aus Vaake warten schon fast zwei Jahre auf ihren bestellten Anschluss. Auch das benachbarte Ehepaar Kautscha hat immer noch kein brauchbares Internet

Der Hintergrund: Im August 2018 schlossen die Lengemanns einen Vertrag mit der Deutschen Glasfaser ab. Kurz zuvor hatten sie ihr Haus in Vaake-Süd gekauft. Ehepaar Kautscha hat seit April 2018 einen Vertrag mit dem Unternehmen. Auf die Verlegung der Glasfaser warten sie noch heute. „Die Standardaussage ist immer, dass es Ende des nächsten Quartals fertig ist“, berichtet Peter Lengemann. Sowohl er als auch Gerd Kautscha haben sich mehrfach beschwert. Erfolg hatten sie nicht.

Um den Glasfaserausbau im Ort zu beginnen, mussten 40 Prozent der Anwohner einen Vertrag mit der Deutschen Glasfaser abschließen. Weil es geheißen habe, dass im April 2019 alles fertig sei, verlängerten die Kautschas ihren Vertrag mit der Telekom nicht über den Herbst hinaus. Die Lengemanns schlossen erst gar keinen ab.

Kreis Kassel: Kein Internet-Anschluss seit zwei Jahren -Leitung überlastet

Das Problem ist nun, dass es keine Alternative gibt. Die Telekomleitung, die ursprünglich eine reine Telefonleitung gewesen war, sei inzwischen überlastet, sagt Gerd Kautscha. Von den maximal möglichen und ohnehin in der heutigen Zeit langsamen 2000 Kbits kamen bei den Kautschas zuletzt kaum mehr 500 an. Das ist für Gerd Kautscha doppelt problematisch, weil er nicht nur im Ort wohnt, sondern auch ein Unternehmen betreibt. Dafür ist er auf eine ausreichende Internet- und Telefonverbindung angewiesen.

Schwierig ist die Situation aber für alle Anwohner, weil die einfachsten Angelegenheiten zu Problemen werden. „Ich kann nicht mal einen Arzt raussuchen und einen Termin ausmachen, weil viele sagen, dass man das online machen soll“, erklärt Ingrid Lengemann. „Wenn wir etwas Wichtiges erledigen müssen, fahren wir in den Abendstunden vor das Rathaus, weil es da freies Wlan gibt“, sagt Gerd Kautscha. „Aber das ist keine sichere Verbindung“, merkt seine Frau Helga an. 

Kreis Kassel: Familie hat kein Internet - Handyempfang auch schlecht

Was beide Familien besonders ärgert, ist, dass sie vertröstet würden: „Wenn von vornherein gesagt worden wäre, wie lange sich das hinziehen kann, hätten wir es mit den Telekomverträgen anders geregelt und alles wäre in Ordnung gewesen“, erklärt Gerd Kautscha. „Diese Hinhaltetaktik geht einfach nicht“, fügt Peter Lengemann hinzu.

Auch das Smartphone hilft nicht weiter, denn der Handyempfang ist ebenfalls schlecht. „Bei wichtigen Telefonaten muss ich auf den Berg hoch, um sicher zu sein, dass die Verbindung hält“, sagt Ingrid Lengemann. Das sei vor allem in Zeiten von Corona belastend, denn unter diesen Umständen in Kontakt mit Freunden und Familie zu bleiben, sei kaum möglich.

Familie im Kreis Kassel wartet auf Internet - Unternehmen: "Ende Juli fertig"

Der Referent für Unternehmenskommunikation der Deutschen Glasfaser, Dennis Slobodian, teilte auf HNA-Anfrage mit, dass „der Glasfaserausbau ein sehr kompliziertes Infrastrukturprojekt“ sei. Beim Glasfaser-Ausbau in Vaake seien einige Dinge zusammengekommen, die zu einer Verzögerung des Zeitplans geführt hätten. Aktuell seien im Gesamtbaugebiet Reinhardshagen lediglich noch 120 Anschlüsse zu legen, an denen das Generalunternehmen derzeit arbeite.

 „Auch Kunden in Vaake Süd können damit rechnen, dass sie ihren Anschluss planmäßig bis Ende Juli haben werden“, sagt Slobodian. Dazu, ob die Kunden in Vaake mit einer Entschädigung für die Unannehmlichkeiten rechnen könnten, äußerte sich der Referent nicht. „Wir machen da eigentlich keine Pauschalaussagen“, erklärt Slobodian.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.