Ein Jahr der Planungen

Jahresausblick Reinhardshagen: Bürgermeisterwahl ist am 7. Juni

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Planung: In Reinhardshagen wird Bürgermeister Fred Dettmar in diesem Jahr öfter vor Plänen stehen. Hier zeigt er, wo die Brücke einmal die Weser queren und Hessen und Niedersachsen verbinden könnte.

Die Zeit um den Jahreswechsel nutzen wir, um einen Blick vorauszuwerfen: Welche Aufgaben stehen in den Kommunen in den nächsten zwölf Monaten an? Heute geht es um Reinhardshagen.

Das Jahr 2020 wird in Reinhardshagen vor allem ein Jahr der Planungen sein. Ob Kindergarten, Straßensanierung oder Bauplätze – in den nächsten zwölf Monaten soll angestoßen werden, was im Jahr darauf dann sichtbar wird. Bereits 2020 spürbar werden neue Gebührenordnungen: Der Wassergebühr und der Abwasserpreis steigen deutlich an.

Steigende Preise

Der Wasserverbrauch und die damit einhergehende Entsorgung wird für die Einwohner Reinhardshagens teurer. Und zwar spürbar. Etwa 16 Prozent werden sie 2020 mehr bezahlen müssen als in 2019.

Kindergarten

Eigentlich war der Anbau an den Kindergarten für 2019 geplant. Doch das Projekt wurde gekippt. Der Preis für einen Gruppenraum wäre bei 850 000 Euro gelegen. Ungefähr doppelt so hoch wie ursprünglich geplant. Jetzt gibt es neue Überlegungen: Neben den zwei bestehenden Kitas in Veckerhagen und Vaake könnte ein dritter Standort entstehen, den jene Kinder beider Ortsteile besuchen, die im Folgejahr in die Schule kommen. 

So würden sich die Kinder schon im Vorfeld des Grundschulbesuchs kennenlernen. 2020 soll ein Standort gefunden werden, das Jahr darauf könnte im Idealfall gebaut werden. Mehr Plätze muss die Gemeinde vorhalten. Der Bedarf ist da. „Die Zahl der Kinder steigt und das ist ja erfreulich,“ sagt Bürgermeister Fred Dettmar.

Straßen

Ein Dauerbrenner in Reinhardshagen ist der Straßenbau. In den vergangenen Jahren gab es kaum einen Monat, in dem nicht in irgendeiner Straße die Bagger im Einsatz waren. 2020 wird diesbezüglich Ruhe herrschen. Doch es ist die Ruhe vor dem großen Sturm. Baumaßnahmen an den großen Verkehrsadern (Ortsdurchfahrten Vaake und Veckerhagen sowie die Weserstraße in Veckerhagen) werden saniert. Als erstes ist Vaake dran. Baubeginn soll 2021 sein, ein Jahr später folgt die B 80 in Veckerhagen, dann die Weserstraße. Vor dem Bau bedarf es der Planung, und die wird jetzt anlaufen. 

Spannend dabei sind zwei Fragen: Wie wird die jetzt sehr breite Straße gestaltet, um den Durchgangsverkehr zu bremsen? Und: Wieviel Kanal muss erneuert werden? Letzteres schlägt sich auf den Geldbeutel der Einwohner durch. Und das sind viele. Fast 100 Häuser stehen links und rechts der Bundesstraße. Damit wohnt etwa jeder Fünfte im Ort an der B80.

Bauplätze

Auch hier steht Vaake im Mittelpunkt. In Veckerhagen gibt es noch freie Bauplätze, in Vaake soll ein neues Baugebiet ausgewiesen werden. Am Villenweg könnten um die 15 neue Bauplätze entstehen. 2020 soll Baurecht geschaffen werden, 2021 könnte dann gebaut werden.

Blick über die Weser

Die Zusammenarbeit über Gemeinde- und Landesgrenzen hinweg rückt in Reinhardshagen immer mehr in die politische Diskussion. Konkret geht es darum, mit dem niedersächsischen Hemeln, das jenseits der Weser liegt, gemeinsame Interessen abzuklopfen. Er könne sich vorstellen, dass beispielsweise die Standesämter enger zusammenarbeiten, sagt Bürgermeister Fred Dettmar. Aber auch das kulturelle Leben könnten beide zusammen beleben. In Hemeln gibt es viele niveauvolle Veranstaltungen, Veckerhagen aber hat die besseren Räumlichkeiten dafür. Eine Voraussetzung, dass das Miteinander der beiden Orte klappt, ist aber, eine dauerhafte Verbindung. 

Wer die Weser abends queren möchte, muss über Hann. Münden fahren. Die Fähre verkehrt nur tagsüber - und manchmal bei extrem hohem Wasserstand auch da nicht. Dettmar: „Eine Brücke wäre hier von Vorteil.“ Den Plan des Brückenbaus will die Gemeinde weiter verfolgen. Das Bundeswasserstraßenamt hat übrigens schon Zustimmung signalisiert. Doch wichtiger wird es sein, die Finanzierung zu sichern. Doch so weit ist man noch lange nicht. Aber da Reinhardshagen die Brücke möchte, weist man bei jeder Gelegenheit auf die Notwendigkeit hin.

Wahl

Die wichtigste Personalentscheidung in Reinhardshagen werden im Juni die Bürger treffen. Am 7. Juni ist Bürgermeisterwahl. Nach derzeitigem Stand stehen zwei Bewerber zur Wahl: Amtsinhaber Dettmar bewirbt sich erneut um das Vertrauen der Bürger. Herausforderin ist Jutta Schauer (CDU). Ob die SPD jemand nominiert, ist nicht bekannt.

Windräder

Üblicherweise arbeiten Verwaltung und Politik daran, dass etwas zu sehen ist. In Sachen Windkraft ist es in Reinhardshagen anders. Dort will man, wie auch die Nachbarkommunen, dass nichts zu sehen ist, dass die Windräder im Reinhardswald verhindert werden. 2020 werde man wohl Geld für Gutachten ausgeben müssen, um die Pläne der Energiegenossenschaft zu verhindern, vermutet Bürgermeister Dettmar.

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