Mit Kameradrohne im Wesertal unterwegs

Aufgerüstet: An seine Fernsteuerung hat Klaus Becker zusätzliche Schalter angebaut, eine stärkere Antenne sowie sicherheitshalber eine manuelle Stoppuhr, um die Akkureichweite besser im Blick zu haben.

Reinhardshagen. Die Zahl der Kameradrohnen nimmt zu. Zu den Hobbypiloten gehört auch Klaus Becker aus Reinhardshagen.

Der 60-jährige Medizintechniker aus Reinhardshagen fliegt seit etwa einem Jahr einen mit Kamera ausgestatteten Multikopter, nach der ursprünglich rein militärischen Nutzung auch Drohne genannt. Inzwischen sind die unbemannten Fluggeräte unterschiedlichster Größe weltweit zum beliebten Spaß-, Sport- und Fotografierobjekt geworden.

Klaus Becker hat das Fluggerät aus dem Auto geholt und auf dem Parkplatz hinter der Lucas-Lossius-Schule aufgestellt. Blinkende Leuchtanzeigen signalisieren, dass das Gerät sich aufwärmt, einen Selbsttest ausführt und seine Position mittels GPS-Daten ermittelt. Dann startet Becker per Fernsteuerung die vier Rotoren seiner DJI Phantom Vision II, die demnach ein Quadrokopter ist. Nach kurzer Prüfung der Umgebung lässt er das Gerät mit Brummen abheben. Es steigt zunächst senkrecht nach oben, dann geht es in den Geradeausflug über.

Währenddessen erzählt Becker von den Fotos und Filmen, die er schon aufgenommen hat, darunter auch ein Flug hoch zum Storchennest in Vaake, als schon lange kein Storch mehr darin war. Auch Hausdächer lassen sich inspizieren und die neuesten Modelle folgen schon dem Besitzer und filmen ihn dabei - etwa Radfahrer im Gelände oder Skifahrer.

Begonnen hatte er zum Test mit einem kleinen Gerät für 40 Euro, doch damit war der Spaß schnell vorbei, denn es ist nur für Flüge drinnen geeignet, weil es bei Wind kaum noch zu steuern ist. Erst teurere Geräte, in der Regel ab der 1000-Euro-Grenze aufwärts, sind technisch so ausgereift, dass sie nicht nur vernünftig fliegen, sondern auch Kameras tragen, die hochaufgelöste 4K-Videos und 12-Megapixel-Fotos aufnehmen können.

Es gibt hochentwickelte Fernsteuerungen mit eingebautem Monitor, aber Klaus Becker bevorzugt den Bildschirm seines Handys (Smart- phone), auf den die Bilder der Kamera live übertragen werden, so dass er nicht nur das Gerät besser steuern, sondern auch sehen kann, welchen Bildausschnitt die Kamera gerade einfängt.

Gute Multikopter haben eine Drei-Wege-Kardanaufhängung für die Kamera, die per Gyrosensoren immer in der gewählten Ausrichtung bleibt, so dass es keine schwankenden Horizonte und verwackelten Bilder gibt.

Weil es dämmrig wird, wartet Becker nicht, bis die Akkuwarnung nach 20 Minuten aufleuchtet, sondern lässt den Flieger automatisch zurückkehren. Als er ihn im Auto verstaut hat, freut er sich auf den zweiten Teil des Vergnügens, denn nun geht es an den Computer, um die neuesten Bilder zu sichten - Bekanntes aus neuer Sicht.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.