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Kita-Gesetz führt zu Schließung in Reinhardshagen

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Von: Bernd Schünemann

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Die Kindertagesstätte Märchenland  an der Wesertalhalle in Veckerhagen.
Die Kindertagesstätte Märchenland wurde vor einem Jahr an der Wesertalhalle eröffnet, weil Betreuungsplätze fehlen. Jetzt steht die Schließung der Gruppe bevor – weil Mitarbeiter fehlen. © Gemeinde Reinhardshagen

Die Gemeinde Reinhardshagen hat zu wenig Fachkräfte für die Kinder-Betreuung in den Kitas. Deshalb muss sie ab 1. August eine Betreuungsgruppe schließen.

Reinhardshagen – Auch die intensive Suche nach neuen Mitarbeitern hatte keinen Erfolg. Das erklärte Bürgermeister Fred Dettmar im Gemeindeparlament, das in der Wesertalhalle tagte.

Drei Gründe

Drei Gründe gibt es nach Dettmars Worten, warum Mitarbeiter fehlen: Erziehungsurlaube, langfristige Erkrankungen sowie drei Kündigungen. Auf alle Faktoren habe die Gemeindeverwaltung keinen Einfluss. Und es sei auch nicht absehbar, wann die Mitarbeiter zurückkehren können. Insgesamt fehlen damit zehn Mitarbeiterinnen.

Zum 1. August greifen neue Anforderungen des „Gute-Kita-Gesetzes“, erklärte der Bürgermeister. So werde der Betreuungsschlüssel erhöht. Diese größere Mitarbeiterzahl könne Reinhardshagen nicht erbringen. Deswegen bleibe nur die Schließung einer Gruppe. Das habe auch die Fachaufsicht beim Kreis bestätigt. In der Verwaltung, im Gemeindevorstand und auch im Haupt- und Finanzausschuss „hat es dazu viele Diskussionen gegeben, aber keine Lösung“, bedauerte der Bürgermeister.

Zusätzliche Belastung nicht möglich

Den Kita-Mitarbeiterinnen machte Dettmar ein Kompliment: Mit großem Einsatz hätten sie in der Corona-Pandemie „einen Top-Job“ gemacht. Jetzt müsse die Gemeinde sie aber schützen: Eine zusätzliche Belastung sei nicht möglich.

Auch eine höhere Bezahlung – wie ein Zuschauer gefordert hatte – sei nicht die Lösung. Das würde das Problem nur auf andere Betreuungseinrichtungen verlagern. Dettmar sprach von „kannibalisieren“. Unter den Bürgermeistern im Kreisteil sei man sich einig, dass man das nicht wolle. Die Bezahlung müssten die Tarifparteien regeln. Dazu gab es den Hinweis, dass die Entlohnung der Erzieherinnen und Erzieher verbessert wurde.

Auch auf Anregung von den Gemeindevertretern schlug Parlamentschef Wolfgang Bertelmann eine Veranstaltung mit den Eltern vor. Bürgermeister Dettmar ergänzte, dass der Elternbeirat informiert worden sei.

Kritik am „Gute-Kita-Gesetz“

Bertelmann verlas eine Erklärung des Gemeindevorstands zu der Schließung, die die Gemeindevertreter zur Kenntnis nahmen. Dettmar machte deutlich, dass die Verwaltung auf Ideen hoffe, mit denen das Personalproblem gelöst werden könne. Ein kleiner Lichtblick: Im August beginnen fünf junge Leute eine praxisintegrierte Ausbildung zum Erzieher (PIA). Allerdings entlaste das nicht die Personalsituation, weil sie nicht als Fachkräfte in dem Betreuungsschlüssel mitgezählt werden. Das „Gute-Kita-Gesetz“ der Bundesregierung, dass zu dieser Situation geführt habe, stieß einhellig auf Kritik. (Bernd Schünemann)

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