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Kranichbrut im Reinhardswald bleibt ohne Happy End

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Von: Bernd Schünemann

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Zwei Kraniche am Rande des Reinhardswaldes bei der Nahrungssuche.
Zwei Kraniche am Rande des Reinhardswaldes: Möglicherweise handelt es sich um das Brutpaar aus dem Vorjahr. Die Tiere wurden im Frühjahr bei der Nahrungssuche zwischen Udenhausen und Hombressen fotografiert. © Werner Lerch / nh

Mindestens ein Kranich-Brutpaar ist in den Reinhardswald zurückgekehrt. „Doch leider ohne Happy End“, wie das Forstamt Reinhardshagen jetzt berichtet.

Reinhardswald – Die erste erfolgreiche Kranichbrut Hessens im Reinhardswald im vergangenen Jahr hatte unter Naturfreunden und Fachleuten Erstaunen und Freude ausgelöst. Sie wie auch die Mitarbeiter des Forstamtes Reinhardshagen waren gespannt, ob die Vögel 2022 zurückkehren und erneut erfolgreich brüten. Ein Paar wurde seit Frühjahr beobachtet.

Aus großem Abstand – um die Tiere nicht zu beunruhigen – wurden gelegentlich Kraniche im Bereich des Brutplatzes von 2021 gesehen. Dabei zeigte sich, dass es sich um einen Brutversuch handelte, berichteten Klemens Kahle und Jakob Gruber vom Forstamt. „Was sich genau zugetragen hat, ist nicht klar. Die Brutaktivitäten wurden jedenfalls eingestellt“, sagte Kahle. Auch ein zweiter Brutversuch blieb erfolglos, bedauerte Jakob Gruber. Er ist im Forstamt Ansprechpartner für Naturschutz.

Noch drei weitere Kraniche

Das Brutpaar wurde vermehrt zusammen gesehen. So gab es mehrfach Beobachtungen auf Feldern am Rande des Reinhardswaldes. Dabei konnten die Vögel auch fotografiert werden. Nachwuchs war jedoch nicht dabei. Unabhängig von dem Brutpaar wurden in den vergangenen Monaten noch drei weitere Kraniche gesehen. Sie hätten häufig an unterschiedlichen Orten im Reinhardswald zusammen gestanden, berichtete Gruber. Dabei könnte es sich um noch nicht geschlechtsreife Vögel handeln, die sich dem Brutpaar lose angeschlossen haben und in der Reinhardswaldregion aufhalten.

Schwarzstörche waren erfolgreich

Bruterfolge vermelden die Förster dagegen von den beiden Schwarzstorchpaaren, die im Reinhardswald gebrütet haben. Beide Paare hätten jeweils drei Jungvögel aufgezogen, die erfolgreich die Horste verlassen haben. Ein Brutpaar ist dem Forstamt seit Jahren bekannt. Die beiden Störche zögen alljährlich zwei bis drei Jungvögel groß, berichtete Kahle. Das Brutpaar war 2020 von dem selbst gebauten Horst auf einen in der Nähe errichteten Kunsthorst umgezogen.

Das zweite Schwarzstorchpaar wird seit 2020 in dem größten Waldgebiet Hessens beobachtet und brütet seitdem erfolgreich auf seinem selbst erbauten Horst in einer hohen Buche.

Aufgrund der Beständigkeit, mit der beide Paare ihre Reviere aufsuchen, sowie der stabilen Zahl ihrer Jungvögel geht man im Forstamt davon aus, dass es dem heimlichen Waldstorch in seinem Territorium gefällt. „Entscheidende Qualitätskriterien wie Ungestörtheit und ein ausreichendes Nahrungsangebot scheinen zu stimmen“, sagte Naturschutzförster Gruber.

Das Forstamt hat für Schwarzstörche die Artenpatenschaft übernommen. Das bedeutet unter anderem, dass bei der Waldbewirtschaftung großer Abstand zu den Horstbäumen gehalten wird, um die Vögel nicht zu stören.

Sowohl Kraniche als auch Schwarzstörche reagieren auf Störungen sehr empfindlich und können schnell ihre Brutplätze verlassen. Deshalb informiert das Forstamt erst nach der Brutsaison und nennt keine Brutplätze. (Bernd Schünemann)

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