Vögel sind im Umfeld des Horstes unterwegs

Überwintern Weißstörche in Vaake?

Unterwegs am Weserrand: Die beiden Weißstörche konnten in den vergangenen Tagen auf den Wiesen an der B 80 gut beobachtet werden. Hier machen sie eine entspannte Pause, der linke ruht auf einem Bein.
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Unterwegs am Weserrand: Die beiden Weißstörche konnten in den vergangenen Tagen auf den Wiesen an der B 80 gut beobachtet werden. Hier machen sie eine entspannte Pause, der linke ruht auf einem Bein.

Zwei unerwartete Gäste haben sich an der Oberweser niedergelassen: Seit Kurzem sind zwei Weißstörche rund um den Horst auf dem Schornstein in Vaake-Süd unterwegs.

Das berichtet der Reinhardshäger Naturschützer Hermann-Josef Rapp. Der erste Vogel macht schon seit 9. November in Vaake Station, sagte Rapp. Am Freitag, 20. November, gesellte sich dann der zweite dazu.

Keine Ringe: Herkunft bleibt unbekannt

Ob es sich um das Vaaker Brutpaar handelt oder ob es umherziehende Tiere sind, könne man nicht sagen: Die Vögel sind nicht beringt. Deswegen könne ihre Identität nicht geklärt werden.

Die Störche stehen gut sichtbar auf dem Horst oder häufig auch auf Wiesen an der Bundesstraße 80, wo sie Futter suchen. Deswegen meldeten sich viele Menschen und erzählten von ihren Beobachtungen, sagte Rapp weiter. Sie fragten sich, „was mit den Störchen los ist“. Zwischen Reinhardshagen und Hann. Münden seien sie ein beliebtes Thema.

Vögel finden noch Futter

Sorgen macht sich der Naturschützer zumindest jetzt noch nicht: „Die Störche finden immer noch Futter.“ Das hat er selbst beobachtet. Sie würden auch nicht erfrieren. „Dem Storch als großem Vogel macht die Kälte kaum etwas aus, da er die Wärme wesentlich besser speichern kann als kleine Singvögel wie Meise und Spatz, die immer bei uns überwintern“, informiert der Landesbund für Vogelschutz in Bayern. Die Vögel bekämen auch keine kalten Füße.

Problematisch werde es erst, wenn eine geschlossene Schneedecke liegt, die zum Beispiel die Mäusejagd verhindere. Allerdings bestehe dann immer noch die Möglichkeit, dass die Störche sozusagen vor dem Schnee weg in Richtung Süden zögen.

Nach Rapps Ansicht könnten die Vögel auch in den Tierpark Sababurg ausweichen. Dort würden sie Futter finden. Ihm sind aber keine Storchenbeobachtungen aus dem Park bekannt – obwohl der Naturschutzbund dort mehrere Horstmasten hatte aufstellen lassen.

Im Kreis haben noch keine Störche überwintert

Aus dem Kreis Kassel sind bisher noch keine überwinternden Störche gemeldet geworden, sagt Rapp. Im Schwalm-Eder-Kreis – in dem mit zwölf Paaren mehr Störche brüten – wurden bereits mehrfach überwinternde Störche gemeldet.

Seit Jahren beobachten Naturfreunde, dass immer mehr Störche in Deutschland überwintern. Gern gesehen wird das nicht, weil dann möglicherweise auch der Nachwuchs sein natürliches Zugverhalten verliert.

Auch Afrika ist nicht mehr unbedingt das Ziel zum Überwintern – so wie es früher im Biologieunterricht gelehrt wurde. Vor allem Vögel aus den alten Bundesländern ziehen oft nur noch bis nach Spanien. So sparen sie Kraft und Energie.

Die Vaaker Jungvögel waren in diesem Sommer sehr früh abgezogen: Am 2. August verließen sie den Horst, berichtete Rapp weiter. Die Altvögel hatten sich dagegen deutlich mehr Zeit gelassen: Sie waren erst am 17. September weggeflogen. (Bernd Schünemann)

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