NSU-Terrorist in Reinhardshagen: ZDF-Beitrag basierte auf alter Spur

Das Scharfe Eck in Reinhardshagen

Reinhardshagen. Der ZDF-Bericht über die Reinhardshäger Kneipe „Scharfes Eck“ schlägt weiter hohe Wellen. Dabei gibt es mittlerweile große Zweifel, ob die Kneipe wirklich als Treffpunkt für Rechtsextreme bekannt war. Auch dass NSU-Terrorist Uwe Mundlos jemals dort war, ist sehr fraglich.

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NSU-Terrorist Uwe Mundlos war mit Rechtsextremen in Reinhardshäger Kneipe

Im Heute Journal war erklärt worden, dass das Scharfe Eck in den 2000er-Jahren Treffpunkt für Rechtsextreme und Rocker gewesen sein soll. Neben Mundlos soll auch der Hofgeismarer Verfassungsschützer Andreas T. sich dort aufgehalten haben. Das ist brisant. Denn T. hatte bisher beteuert, nichts vom NSU-Mord an Halit Yozgat in Kassel mitbekommen zu haben.

Doch der ZDF-Bericht basiert auf einer alten Spur, die bereits ergebnislos geprüft wurde. Das bestätigt der Generalbundesanwalt.

Seit August 2013 werden 1400 alte Hinweise zur NSU noch einmal anhand der aktuellen Erkenntnislage geprüft. Das ist Routine. Die Hinweise auf das Scharfe Eck stammten zudem von einer zweifelhaften Quelle, heißt es aus informierten Kreisen.

Aktualisiert um 18.37 Uhr.

Außerdem erklärte der frühere Pächter und Betreiber des Scharfen Ecks gegenüber der HNA, dass es Rockertreffen gab. Die Kneipe sei aber kein Treffpunkt für Nazis gewesen.

Zwar gibt es durchaus Verknüpfungen zwischen dem Rocker- und Nazi-Milieu, aber dennoch fehlen bisher Belege für den ZDF-Bericht. Im Gegenteil: In Reinhardshagen zeigen sich selbst alteingesessene Bewohner überrascht vom TV-Beitrag. (jsm/gör)

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