Das passiert 2018 in Reinhardshagen: Blick über Landesgrenze

Nicht immer befahrbar: Die Fährverbindung zwischen dem hessischen Veckerhagen und dem niedersächsichen Hemeln hängt auch vom Wasserstand ab. Im Dezember sorgte Hochwasser dafür, dass die Fähre nicht fahren konnte. Foto: Rieß

Reinhardshagen. Was steht 2018 in Reinhardshagen an? Welche Entscheidungen müssen getroffen werden, welche Pläne werden umgesetzt? Wir geben Ihnen den Überblick.

An Themen wird es der Reinhardshäger Kommunalpolitik im neuen Jahr nicht fehlen: Nach fast einem Jahrzehnt der Diskussion wird im Herbst beschlossen, wie es mit der Abwasserbeseitigung weitergeht. Derzeit sieht es so aus, als würde sie dem Wasserverband Peine endgültig übergeben.

Die Auswirkung wird für die Einwohner wohl gering sein. Anders ist es beim Thema Straßen.

Das Gesprächsthema im Ort wird vermutlich die Sperrung der Straße in Richtung Hofgeismar sein. Vier Monate – der Zeitpunkt steht noch nicht genau fest – wird die Straße nicht befahrbar sein. Wer von der Weser in die ehemalige Kreisstadt will, muss dann über Münden oder Oberweser fahren – die 20-minütige Fahrzeit verdoppelt sich dadurch fast. Es wird also unbequem für Pendler und Schüler, die nach Hofgeismar müssen.

Unbequeme Diskussionen wird die Gemeinde wohl auch führen müssen, um finanziell über die Runden zu kommen. Will sie von der sogenannten Hessenkasse – es ist ein Entschuldungsprogramm – profitieren, muss sie pro Einwohner erst mal 25 Euro bezahlen.

Das entlastet die Kommune langfristig, kurzfristig kostet es jedoch 113 000 Euro für Reinhardshagen. Und da der Kreis Ähnliches plant, könnte auch die Kreisumlage 2019 steigen. In der Gemeinde, in der das Geld ohnehin knapp ist, wird es daher eine Diskussion um die Finanzen geben. Eine Erhöhung der Grund- und Gewerbesteuer für 2019 stünde dann zur Diskussion.

FredDettmar

Zudem kann es zu Kürzungen freiwilliger Angebote kommen. „Auch über die Ausgaben für die Jugendarbeit wird dann diskutiert“, spielt Bürgermeister Fred Dettmar mit offenen Karten. Wirksam würde es erst ab 2019, doch 2018 werden die Weichen gestellt. Doch er hat nicht nur Hiobsbotschaften zum Jahreswechsel bereit. Weiter vorangehen soll es mit den Bauplätzen. Nach dem jahrelang kein Bauland ausgewiesen worden war, gingen die Plätze unterhalb des Freibades in kurzer Zeit weg.

Derzeit richtet sich das Augenmerk auf das Gebiet zwischen dem Wohngebäude 50+ und der Wesertalhalle. Hier soll es bereits 2018 Bauland geben. Für Vaake plant die Gemeinde auch, Bauplätze auszuweisen. Doch wird es hier frühestens 2019 soweit sein.

Eltern von Kindergartenkinder werden sich ab Sommer darüber freuen, dass die Gemeinde am Landesprogramm teilnehmen will, das drei Kindergartenjahre kostenfrei für die Eltern stellt. Für die Gemeinden jedoch wird das Defizit in dem Bereich dadurch steigen.

Begehrtes Baugebiet: Links der Wohnanlage 50+ (rechtes Gebäude) sollen neue Bauplätze entstehen. Foto: Rieß

Ebenfalls mit dem Kindergarten zu tun hat eine Baumaßnahme: „Wie es aussieht, brauchen wir einen zusätzlichen Gruppenraum“, sagt Dettmar, der es zugleich erfreulich nennt, wenn es im Ort wieder mehr Kinder gibt. Besonders im Gedächtnis blieb ihm dabei eine Woche im Herbst: „Innerhalb einer Woche gab es fünf Geburten“, erinnert sich der Bürgermeister. Sogar eine Hausgeburt war dabei. Trotz des kurzzeitigen Babybooms: die Zahl der Einwohner geht zurück. Um dennoch die intakte Infrastruktur abzusichern, überlegt man, wie die Einwohner des niedersächsischen Hemelns besser nach Reinhardshagen angebunden werden könnten.

Dettmar: „Wir wollen Landespolitiker aus Hessen und Niedersachsen zu einem gemeinsamen Termin einladen. Da sind wir uns mit Hemeln einig.“ Im Gespräch wird dann nicht nur eine neue Weserbrücke, sondern auch andere Lösungen sein. Beispielsweise ein 24-Stunden-Betrieb der Fähre.

Hintergrund

Einwohnerzahl sinkt leicht

Die Gemeinde Reinhardshagen hat in diesem Jahr wieder einen Rückgang an Einwohnern zu verzeichnen. Unsere Zahl zeigt, wieviele Menschen am 15. Dezember im Ort wohnten (in Klammern die Veränderung zum 1. Januar): Reinhardshagen: 4412 (-43) Veckerhagen 2770 (-5) Vaake: 1642 (-38)

Herr Dettmar, bitte ergänzen Sie! 

Für 2018 wünsche ich mir für meine Gemeinde vor allem, … 

… dass es weiter vorwärts geht.

Wenn ich fünf Millionen für meine Gemeinde hätte, würde ich … 

… sie auf die hohe Kante legen und in Ruhe überlegen, welche freiwillige Leistung wir damit anbieten. Das Geld gleich raushauen, ohne nachzudenken, käme auf jeden Fall nicht in Frage.

Wenn ein Prominenter Werbung für meine Gemeinde machen soll, wäre es … 

… Günther Jauch, weil er schon mal mit Reinhardshagen zu tun hatte. In seiner Sendung „Wer wird Millionär“ war ein Kandidat aus der Region, der etwas über Reinhardshagen sagte. Herr Jauch meinte daraufhin, die Gemeinde kenne er nicht. Ich habe ihm dann geschrieben und auch eine nette Antwort erhalten. Als Werbeträger wäre er auf jeden Fall ein Gewinn für uns.

Meine Kommune ist die schönste im Kreis, weil … 

… sie eingebettet zwischen Reinhardswald, Bramwald und der wunderschönen Weser herrlich gelegen ist. Und weil bei uns die Infrastruktur noch stimmt.

Wenn ich 2018 in die Schlagzeilen gerate, will ich lesen, dass… 

… wir einen ausgeglichenen Haushalt haben und finanziell einigermaßen über die Runden kommen.

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