Schutz für sensible Biotope

Pilotprojekt für Moorschutz: Gebiete im Reinhardswald werden renaturiert

Dr. Marcus Schmidt (von links), Philipp Küchler (beide Forstliche Versuchsanstalt) sowie Dr. Christian Henschke (Regierungspräsidium) nehmen die Torfmoose in den Blick.
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Unterwegs im Lempemoor: Dr. Marcus Schmidt (von links), Philipp Küchler (beide Forstliche Versuchsanstalt) sowie Dr. Christian Henschke (Regierungspräsidium) nehmen die Torfmoose in den Blick.

Mit großem Gerät lässt das Forstamt Reinhardshagen einen empfindlichen Lebensraum schützen.

Reinhardshagen - Mit Motorsägen, Seilkran und Rückefahrzeug waren Forstarbeiter im Naturschutzgebiet Oberes Lempetal unterwegs, um Fichten zu beseitigen. Der Federbruch, das Lempe- und das Hemelmoor, die alle zugewachsen waren, sollen wieder ihren ursprünglichen Zustand als lichte Waldmoore erhalten.

Das Forstamt und das Land wollen diese sensiblen Biotope langfristig schützen und erhalten, erklärte Förster Jakob Gruber, in dem Amt zuständig für Naturschutz. In den Gebieten soll sich die Torfschicht erholen und wachsen. Moore sind als Kohlendioxid-Speicher wichtig und spielen damit im Klimawandel eine große Rolle. Deshalb wird die Nordwestdeutsche Forstliche Versuchsanstalt in Göttingen das Projekt begleiten. Sie wird untersuchen, wie viel CO2 diese Gebiete speichern und welcher Torfzuwachs erreicht werden kann. Damit werden die drei Moore im Reinhardswald zum Pilotprojekt. Die Erfahrungen sollen in anderen Gebieten umgesetzt werden, kündigte Dr. Christian Henschke vom Regierungspräsidium in Kassel im Lempemoor an. Ziel sei es, die Waldmoore in Hessen zumindest zu erfassen und zu kartieren.

Arbeiten nur im Winter

Um den Boden zu schonen, setzten die Forstleute aufwendige Technik ein: Ein Seilkran hat die gefällten Fichten aus dem Gebiet gezogen. So werden die empfindlichen Torfmoose möglichst geschützt. Fahrzeuge kommen nur in den Randgebieten zum Einsatz. Zum Schutz des Gebiets finden diese Arbeiten nur im Winter statt.

Im Herbst erwartet das Forstamt freiwillige Helfer des Bergwaldprojekts: Sie wollen im Federbruch nördlich von Holzhausen alte Entwässerungsgräben schließen. Damit soll der Wasserablauf gestoppt und das Gebiet dauerhaft nass gehalten werden. Im Federbruch hatte das Forstamt vor einem Jahr mit der Beseitigung der Fichten begonnen. Finanziert werden die Arbeiten aus dem Klimaschutzplan Hessen des Landes. Sie sind im Lempe- und Hemelmooor mit 50.000 Euro veranschlagt.

Untersuchungen in allen Waldmooren Hessens

Mit den Erfahrungen aus dem Reinhardswald sollen alle Waldmoore in Hessen untersucht werden, kündigte Dr. Christian Henschke (Regierungspräsidium Kassel) an. Dabei sollen die Gebiete im Staatswald besonders genau unter die Lupe genommen werden. Schwerpunkte der Waldmoore sind neben dem Reinhardswald im Kaufunger Wald und Burgwald (Waldeck-Frankenberg), aber auch im Odenwald und Spessart.

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