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Tattoo-Convention Münden in Reinhardshagen: Andenken, das unter die Haut geht

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Von: Hanna Maiterth

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Strahler sorgen für beste Sicht: Charlotte Drebing sticht dem Mündener Kevin Müller ein Tattoo.
Strahler sorgen für beste Sicht: Charlotte Drebing sticht dem Mündener Kevin Müller ein Tattoo. © Hanna Maiterth

Die Gemeinde Reinhardshagen beherbergte die 4. Tattoo-Convention Hann. Münden. Samstag und Sonntag strömten die Tattoo-Interessierten in die Wesertal-Halle.

Reinhardshagen – Das stetige Surren von Tätowiermaschinen füllt die Wesertalhalle in Reinhardshagen. Es ist Samstagnachmittag (01.10.2022). Zahlreiche Tattoo- und Piercing-Studios sowie Händler für Tattoo-Bedarf haben in der Halle ihre Stände aufgebaut. Auf der Bühne spielt die Coverband Attixx aus Höxter. Es ist der erste von zwei Tagen an denen die „4. Tattoo-Convention Hann. Münden“ stattfinden.

Reinhardshagen: 4. Tattoo-Convention Hann. Münden

„Die Vorbereitungen waren stressig. Aber jetzt läuft es gut“, zeigt sich Thorsten Krekeler zufrieden. Der 51-Jährige aus Münden ist Organisator der Convention. Um zwölf Uhr hat er den Besuchern die Türen geöffnet. Wenn um 22 Uhr für den ersten Tag der Feierabend eingeläutet wird, erwartet er um die 500 verkaufte Tickets. Weitere 500 Besucher werden am Sonntag folgen, schätzt der Veranstalter. In der Wesertalhalle findet die Mündener Convention zum zweiten Mal statt. „Wir fühlen uns hier wohl und willkommen“, sagt Krekeler.

Nicht nur die Gemeinde unterstütze die Veranstaltung, sondern auch die Vereinsmitglieder der Metal Crew aus Reinhardshagen seien in diesem Jahr wieder eine große Hilfe gewesen. Mit 42 Ständen sei die Convention voll belegt, sagt Krekeler. Darunter befinden sich 35 Tattoo-Studios. „Die kommen von überall her.“ Tätowierer aus Budapest hatten die weiteste Anreise. Aber es sind auch viele regionale Studios vertreten: aus Münden, Reinhardshagen, Hofgeismar, Bad Karlshafen und Kassel. „Da legen wir Wert drauf“, betont der 51-Jährige, der neben Conventions in Alsfeld, Höxter auch bundesweit Veranstaltungen für Tattoo-Begeisterte organisiert. „Wir versuchen immer, dem ganzen einen regionalen Charakter zu geben.“

„Es ist wie eine Sucht“

Den kürzesten Weg hatten Charlotte (42) und Klaus (46) Drebing. Das Paar mit eigenem Studio in Reinhardshagen hat sein Lager gegenüber dem Eingang stehen. Ihre Stühle sind besetzt. Die Termine waren im Vorhinein vereinbart. „Das macht bei großen und speziellen Motiven Sinn“, weiß Thorsten Krekeler. Mit den Motiven, die die beiden Drebings mit Tinte in die Haut ihrer Kunden stechen, wollen sie außerdem am Tattoo-Contest des heutigen Convention-Tags teilnehmen. In verschiedenen Kategorien werden die besten Arbeiten ausgezeichnet. „Die Jury besteht ausschließlich aus Tätowierern, weil sie die Qualität am besten bewerten können“, sagt Krekeler. Bei Klaus Drebing sitzt der 38-jährige Benjamin Krause aus Reinhardshagen.

Die 42-jährige Charlotte Drebing tätowiert Kevin Müller (30) aus Münden. Für beide Kunden ist es nicht die erste Körperbemalung. „Es ist wie eine Sucht“, sagt Krause, bei dem es vor 20 Jahren mit einem Tribal anfing. Damals als es „cool“ gewesen, es „in Mode“ war, sich tätowieren zu lassen. „Inzwischen mache ich es nur noch für mich. Es ist schöne Kunst.“ Bereut habe er keines. Ebenso geht es Müller. Auch er war mit 18 Jahren zum ersten Mal beim Tätowierer. Der Schriftzug „Bella“ ist eine Erinnerung an seine Hündin. „Viele wünschen sich ein Andenken, eine Erinnerung“, weiß Charlotte Drebing. Lachend fügt sie hinzu: „Dann werden sie süchtig. 95 Prozent der Kunden kommen wieder.“

„Wir haben eine familiäre Atmosphäre. Viele der Aussteller kennen sich“

Zur Convention ziehe es Menschen, die bereits tätowiert sind und sich über neue Motive informieren sowie Tätowierer kennenlernen wollen, erzählt Thorsten Krekeler. „Aber es sind auch Besucher da, die noch kein Tattoo haben.“ Für die Tätowierer sei es daher eine gute Plattform, um sich und ihre Arbeit zu zeigen. Was die Mündener Convention auszeichne, besonders mache? „Wir haben eine familiäre Atmosphäre. Viele der Aussteller kennen sich.“ (Hanna Maiterth)

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