Reinhardshagen verkauft Fläche für neue Wohnform

Auf dieser Fläche soll das Wohnprojekt 50 plus realisiert werden: Es liegt am Graseweg zwischen Wesertalhalle und Bundesstraße 80. Foto:  Gemeinde Reinhardshagen

Reinhardshagen. Das Baugebiet lag Jahre lang brach, niemand wollte auf die Fläche zwischen der Wesertalhalle und der Bundesstraße 80 im Ortsteil Veckerhagen bauen.

Doch nun kann die Gemeinde Reinhardshagen dort ein rund 3200 Quadratmeter großes Baugelände verkaufen. Die Interessenten Daniel Sallwey und Dirk Weddig, beide Gemeindevertreter der UWG, wollen dort einen Wohnblock mit 18 Wohneinheiten bauen.

„50 plus“ nennen die Investoren ihr Vorhaben. Das Gebäude soll behindertengerecht und barrierefrei sein. Die Bauherren wollen die Wohnungen vermieten und dort auch Angebote von haushaltsnahen Dienstleistungen bis zu Pflegeleistungen bis zu Pflegestufe 3 anbieten. „Wir gehen davon aus, dass der Bedarf an solchen Angeboten auch in Reinhardshagen vorhanden ist“, sagt Daniel Sallwey. Eine von ihnen in Auftrag gegebene Erhebung lasse diesen Schluss zu.

Am Montagabend haben die Gemeindevertreter einstimmig beschlossen, dem Kaufgesuch von Sallwey und Weddig zu entsprechen. Selbstverständlich nahmen die beiden nicht an der Abstimmung teil. Weil sich die Käufer verpflichten wollen, in dem Gebäudekomplex auch einen Pflegestützpunkt sowie einen offenen Treff einzurichten, soll ihnen ein Nachlass von sieben Euro auf den Quadratmeterpreis gewährt werden. Aufgrund dieser „Sozialbindung“, die sowohl vertraglich als auch im Grundbuch festgeschrieben werden soll, zahlen sie nur 47 statt der ortsüblichen 54 Euro.

UWG-Fraktionssprecher Wolfgang Bertelmann nannte den Verkauf des Grundstücks „einen Glücksfall“ für die Gemeinde. Mit ihrem Wohnprojekt 50 plus reagierten die Investoren auf die sich verändernde Altersstruktur und „beleben nachhaltig das Leben in unserer Gemeinde“, sagte Bertelmann. Zudem verfügten beide über große Ortskenntnis und wollten in der persönlichen Haftung bleiben - anders als dies bei möglichen Investoren von außerhalb der Fall sein würde.

Sallwey und Weddig wollen rund 2,8 Millionen Euro in ihr Wohnprojekt investieren. Nach dem Zeitplan sollte in der Septembersitzung des Parlaments der Bebauungsplan beschlossen werden, damit bis Ende des Jahres auch die Baugenehmigung vorliegen könne. „Im Frühjahr wollen wir mit dem Bau beginnen und bis Ende 2016 fertig sein“, sagt Daniel Sallwey.

Bürgermeister Dettmar hofft, dass das Baugebiet durch das Wohnprojekt 50 plus nun auch für andere Bauwillige interessant wird. „Wir haben immer darauf gewartet, dass mal einer anfängt“, so Dettmar. Das sei nun glücklicherweise der Fall.

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