Neue Bäume braucht der Wald

Reinhardswald im Jahresverlauf: 3000 Hektar müssen aufgeforstet werden

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Mehr als 60 Bürger folgten vergangenes Wochenende dem Aufruf der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald und pflanzten auf einer Windwurffläche im Revier Beberbeck 1350 Eichensetzlinge. Zuvor war eine Klasse der Gustav-Heinemann-Schule auf der Fläche aktiv.

Der Reinhardswald hat durch Stürme und Borkenkäferbefall Schaden genommen wie nie zuvor. Nun geht es darum, naturnahen und klimabeständigen Wald herzustellen. Auf tausenden Hektar müssen Bäume neu gepflanzt werden.

Den Menschen in der Region ist der Reinhardswald ans Herz gewachsen. Das ist vergangenes Wochenende abermals deutlich geworden, als mehr als 60 Bürger dem Aufruf zu einer Pflanzaktion der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW) im Forstrevier Beberbeck gefolgt waren.

„Wir sind begeistert, dass unser Aufruf auf eine solche Resonanz gestoßen ist“, sagt Bernhard Klug, Landes- und Kreisvorsitzender der SDW. Zusammen mit dem Forstamt Reinhardshagen und dem Naturpark Reinhardswald will die Schutzgemeinschaft einen Beitrag zur Wiederaufforstung von entwaldeten Flächen leisten.

Nach den Stürmen Friederike und Eberhard sowie dem dramatischen Borkenkäferbefall in diesem und im vergangenen Jahr steht auf einer Fläche von 2000 Hektar inzwischen kein Baum mehr. Auf weiteren 1000 Hektar stehen noch Baumgruppen aus abgestorbenen Fichten und Lärchen. „In den beiden Katastrophenjahren haben wir eine Holzmenge von fast einer Million Festmeter aufgearbeitet“, so Klemens Kahle, Sprecher des Forstamtes Reinhardshagen. Das sei vier Mal so viel wie das Forstamt in Normaljahren einschlagen darf.

Förster Lukas Burschel zeigte den Schülerinnen der 9. Klasse der Gustav-Heinemann-Schule Justine Kunath, Lea Klein, Fabienne Fetters und Carina Wetekam (von links) wie die Eichensetzlinge fachmännisch gepflanzt werden.

Die Pflanzaktionen der SDW, die heute im Gemeindewald in Schauenburg-Elgershausen fortgesetzt werden, stehen unter dem Motto „Neue Wälder braucht das Land“. „Neu“ habe in diesem Zusammenhang zweierlei Bedeutung, sagt Bernhard Klug. Zum einen soll der künftige Wald klimaresistenter sein als die bisherigen Fichtenmonokulturen. Zum anderen soll auch neuer Wald als CO2-Speicher entstehen. Nach Vorstellung der SDW sollten in Hessen jährlich auf 1000 Hektar Bäume für neuen Wald gepflanzt werden.

Die Erkenntnis, dass künftige Wälder nicht mehr aus Monokulturen bestehen sollten, hat sich allenthalben durchgesetzt. So lautet auch das Wiederbewaldungsprogramm beim Landesbetrieb Hessen Forst „Mischwald für Morgen“. In einer ersten Flächenauswahl hat das Forstamt Reinhardshagen 300 Hektar priorisiert, auf denen bis kommendes Frühjahr mehrere zehntausend Setzlinge gepflanzt werden sollen. Gepflanzt werden Bäume mit dem Waldentwicklungsziel zu Eichenwäldern. Dafür sind rund 1,8 Millionen kleine Eichensetzlinge geordert worden sowie zusätzlich 18 000 Erlen, 9000 Moorbirken und 2000 Zitterpappeln.

Im Revier Bad Karlshafen hat ein Kettenbagger eine Windwurffläche für die Anpflanzung von 30 000 Eichen, Hain- und Rotbuchen gerecht.

„Ein Anfang ist gemacht“, freute sich Förster Lukas Burschel, der die die Pflanzaktion von Bürgern und Schülern am Wochenende betreute. Denn so kamen schon mal 1350 vom Forstamt selbst geworbene Setzlinge in den Boden. Sie sollen in einigen Jahrzehnten zu einem klimabeständigen und gesunden Eichen-Mischwald herangewachsen sein.

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