ZDF hatte von Treffen berichtet

Spur geprüft: NSU-Terrorist war nicht in Reinhardshagen

Verdacht hat sich nicht bestätigt: Uwe Mundlos war nicht im Scharfen Eck. Das heutige Bistro Scharfe Ecke hat mit der früheren Kneipe sowieso kaum etwas gemein.

Reinhardshagen. Es gibt bislang keine Belege dafür, dass NSU-Terrorist Uwe Mundlos in Reinhardshagen war.

Eine entsprechende Spur ist geprüft worden, entpuppte sich jedoch als nicht stichhaltig. Damit zeigt sich, dass sich die Gemeinde zurecht gegen die Verdächtigungen wehrte.

Vor knapp einem Jahr war Reinhardshagen bundesweit in die Schlagzeilen geraten, als das ZDF berichtete, dass der Nazi-Terrorist mehrfach in der Gaststätte Scharfes Eck gewesen sein soll. Der Sender zeigte dazu Bilder des Bistros Scharfe Ecke, das mit der damaligen Kneipe kaum noch etwas zu tun hatte.

Die Meldung war brisant, weil es dort zu einem Treffen zwischen dem Hofgeismarer Verfassungsschützer Andreas T. und Mundlos gekommen sein könnte. T. hatte immer beteuert, nichts vom NSU-Mord an Halit Yozgat in Kassel mitbekommen zu haben.

Zwar bewerteten Ermittler schon damals den Hinweisgeber als nicht besonders glaubwürdig, trotzdem stand die Prüfung ein Jahr lang im Raum. Nun sei sie abgeschlossen, heißt es aus informierten Kreisen. Eine offizielle Stellungnahme gibt es aber nicht.

Reinhardshagens Bürgermeister Fred Dettmar zeigte sich trotzdem erleichtert: Der Vorfall habe den Reinhardshägern gezeigt, wie schnell man ohne Beweise in eine politische Ecke gestellt werde könne. So gesehen habe die Sache sogar einen positiven Aspekt.

„Aber natürlich haben wir damals einen Schrecken bekommen“, erklärt Dettmar. Schließlich seien viele Einwohner - den Bürgermeister eingeschlossen - in der Kneipe gewesen, die plötzlich ein Treffpunkt für Rechtsextreme gewesen sein sollte. Ihm sei allerdings klar gewesen, dass an den Vorwürfen nichts dran war. In Reinhardshagen sei die Sache auch heute noch Gesprächthema, allerdings nur, wenn in den Medien gerade wieder über das laufende NSU-Verfahren berichtet werde.

Das sagt der die Sprecherin des Generalbundesanwalts: 

„Unabhängig von der Hauptverhandlung vor dem Oberlandesgericht München gegen Beate Zschäpe und vier weitere Angeklagte führt die Bundesanwaltschaft ein gesondertes Ermittlungsverfahren, in dem etwaige Spuren und Hinweise auf mögliche bislang unbekannte Unterstützer oder bislang nicht entdeckte Taten des Nationalsozialistischen Untergrunds (NSU) verfolgt werden. Bitte haben Sie Verständnis, dass ich Ihnen zu Einzelheiten keine Auskünfte erteilen kann.“ (gör)

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