Wasserschutzpolizei Kassel erläutert Vorgaben

Touren auf der Weser: Auch für Flößer gelten Regeln

Tradition: Floßfahrten, wir hier im Jahr 2016 bei Bodenfelde, haben auf der Weser eine lange Geschichte.
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Tradition: Floßfahrten, wir hier im Jahr 2016 bei Bodenfelde, haben auf der Weser eine lange Geschichte. Dabei sind allerdings einige Regeln zu beachten, erklärt die Wasserschutzpolizei.

Mit zwei selbst gebauten Flößen die Weser hinunter: So sah die Urlaubstour einer Gruppe aus Reinhardshagen aus.

Reinhardshagen - Das klingt nach einem netten Abenteuer – bedarf aber in der Form einer Erlaubnis. Darauf hat die Wasserschutzpolizei Kassel hingewiesen, bei der nach unserem Bericht über die Tour mehrere Anfragen dazu eingegangen sind. Hier der Überblick, was zu beachten ist:

Die Grundlage

Die Weser ist, wie Fulda und Werra, eine Bundeswasserstraße. Für deren Überwachung ist der Wasserschutzpolizeiposten Kassel zuständig – für die Weser gilt das für den Bereich zwischen Hann. Münden und Bad Karlshafen.

Grundsätzlich dürfen solche Wasserstraßen befahren werden. Dabei gelten allerdings einige ebenso grundsätzliche Regeln, wie Alexander Lorch, Leiter der Wasserschutzpolizei Kassel, erläutert. Beispielsweise, dass Wasserfahrzeuge von geeigneten Personen, ab einer bestimmten Motorisierung zumindest mit Sportbootführerschein, in Kenntnis der Verkehrsregeln gesteuert werden. Und es gilt generell – also auch für diejenigen, die aus Sport- und Freizeitgründen ein Wasserfahrzeug vom Stand-Up-Paddle bis zum Floß auf Kurs und in Bewegung halten – eine Alkoholgrenze von 0,5 Promille. „Das ist vielen nicht bewusst“, sagt Lorch.

Die Flöße

Bei Flößen habe es in der Vergangenheit immer mal wieder Unklarheiten und Probleme gegeben, berichtet Lorch. Als Grundsatz gelte: Ein Floß muss so gebaut sein, dass es keine Gefahr für die Sicherheit der Personen an Bord und des Wasserstraßenverkehrs darstellt. Bei Flößen wird in der Binnenschifffahrts-Verordnung zwischen zwei Arten unterschieden: erlaubnisfreie und erlaubnispflichtige.

Eine Erlaubnis als Sondertransport auf den genannten Bundeswasserstraßen brauchen Flöße ab sechs Metern Länge oder ab 3,5 Metern Breite, die gewerblich genutzt werden oder mehr als zwölf Personen transportieren. Sie müssen auch weitere Kriterien erfüllen, etwa Rettungsmaterialien für alle und eine Reling. Voraussetzung für die Erlaubnis ist zudem eine Abnahme durch einen Schiff-Sachverständigen.

Ohne Erlaubnis dürfen Flöße auf Bundeswasserstraßen fahren, wenn sie folgende Kriterien erfüllen: bis sechs Meter Länge und 3,5 Meter Breite, bei nur privater Nutzung bis zwölf Personen (zuzüglich Floßführer und einem Helfer). Weiteres Kriterium: kein Motor.

Motorkraft hatten allerdings die Flößer aus Reinhardshagen bei ihrer Tour benutzt. „Daher hätten sie für dieses Floß eigentlich eine Erlaubnis gebraucht“, sagt Lorch. Für die sei das Wasser- und Schifffahrtsamt Weser in Hann. Münden zuständig. Zudem müssen alle Wasserfahrzeuge gekennzeichnet sein. Je nach Art und Motorisierung mit einem amtlichen Kennzeichen oder – wie in diesem Fall – zumindest mit einem Schild, auf dem beidseitig gut lesbar der Floßname steht.

Die Infos

Wer Informationen zu den Regelungen auf Wasserstraßen benötigt, könne sich gerne an die Wasserschutzpolizei (Tel. 0561/2076944) wenden, sagt Alexander Lorch. „Wir verstehen uns auch als Servicestelle.“ Die Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes bietet die Broschüre „Sicherheit auf dem Wasser“ zum Download an: gdws.wsv.bund.de unter den Rubriken Schifffahrt > Sport- und Freizeitschifffahrt. (Matthias Müller)

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