Diesmal Schäden an ehrenamtlich gebauter Sitzgruppe

Wieder Vandalismus im Naturpark Reinhardswald

Siegfried Lotze ist ärgerlich, dass der Tisch aus der Verankerung gerissen und den Abhang hinunter gestoßen wurde. Auch der achtjährige Hauke kann nicht verstehen, dass jemand so etwas tut.
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Siegfried Lotze ist ärgerlich, dass der Tisch aus der Verankerung gerissen und den Abhang hinunter gestoßen wurde. Auch der achtjährige Hauke kann nicht verstehen, dass jemand so etwas tut.

Ziemlich ärgerlich und enttäuscht ist Siegfried Lotze, stellvertretender Vorsitzender des Reinhardshäger Mühlenbachvereins, über erneuten Vandalismus im Mühlenbachtal.

Reinhardshagen. Ein stabiler Holztisch wurde aus der Verankerung gehebelt und einen Abhang hinuntergestoßen. Die sechs Tischbeine die 30 Zentimeter tief im Boden installiert waren, musste er im großen Radius wieder einsammeln.Hinweisschilder wurden abgebrochen und ein Steg über den Bach zerstört.

„Das passiert so alle fünf Jahre“, macht Lotze deutlich. „Es sieht fast so aus, als ob die nächste Generation die an Zerstörungswut leidet, wieder herangewachsen ist. Die Sitzgruppe mit Tisch und zwei Bänken hatte der Fährbetrieb Bolte 2013 gestiftet. „Der Tisch wiegt über einen Zentner, da müssen schon einige mit angepackt haben“; mutmaßt Lotze und meint bissig: „Kein Verstand aber Kraft“.

Besonders traurig ist Lotze darüber, dass die Sitzgruppe von Kitakindern während einer Waldwoche genutzt werden sollte. Da es aber nach der Zerstörung nicht möglich war, stellte die Gemeinde Reinhardshagen einen Bauwagen auf, in dem die Kinder sitzen und sich auch mal aufhalten konnten.

Bachkontrolle gegen Überschwemmung

Ein- bis zwei Mal in der Woche macht Siegfried Lotze einen Rundgang im Mühlenbachtal, um nach dem Rechten zu sehen. Nach jedem Gewitter kontrolliert er den Bach, denn läuft dieser über, werden die Wiesen in dem Gebiet überschwemmt. Fred Dettmar, Bürgermeister der Gemeinde Reinhardshagen und Vorsitzender des Mühlenbachvereins, hat bei der Polizei Anzeige erstattet. „Ich bin darüber zutiefst erschüttert. Denn die Sitzgruppe wurde von Ehrenamtlichen erstellt, aufgebaut und gesponsert“. Das Mühlenbachtal sei weit abgelegen, und daher von der Straße und den Wegen schlecht einsehbar.

Verfahren eingestellt

Das erste Mal hat der Mühlenbachverein 2008 Strafanzeige wegen Vandalismus gegen zehn Kinder und Jugendliche erstattet. Auch damals wurde unter anderem die Freizeiteinrichtung verwüstet, teilweise entfernt. Trotz Identifizierung aller am Vandalismus Beteiligten aus Reinhardshagen und Hann. Münden stellten die Staatsanwaltschaften das Verfahren gegen die bereits strafmündigen Jugendlichen ein. Bei einem Schaden von 3000 Euro konnten der Mühlenbachverein und der geschädigte Landwirt diese Entscheidung nicht nachvollziehen.

Die nächste Tat ließ einige Jahre auf sich warten, im Sommer 2016 wurden dort zahlreiche Laub- und Nadelbäume mit Messer und Machete bearbeitet, Müll, Flaschen und Dosen nicht entsorgt und eine Waschbetonplatte die im Bach eingebaut war, um eine Unterspülung zu verhindern entfernten die Täter, um sich über dem Feuer ein Essen heiß zu machen. Eine kleine Brücke wurde zerstört und als Baumaterial für ein Erdloch als Versteck genutzt. Nun, nach weiteren fünf Jahren haben vermutlich wieder Jugendliche dort ihr Unwesen auf Kosten der Allgemeinheit getrieben. (Petra Siebert)

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