Schwarzfischerei geht wohl ebenfalls aufs Konto der Gruppe

Vandalismus im Wald: Jugendliche fällten Bäume, zerstörten Bank

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Unterschlupf der Jugendlichen: Siegfried Lotze und Reinhard Bolte fanden vor rund zwei Wochen die Hütte in der Gemarkung Sterz. Zuvor hatte Lotze die zerstörte Bank in der Freizeitanlage entdeckt, woraufhin er weiter suchte.

Reinhardshagen. Tom-Sawyer- und Huckleberry-Finn-Romantik wollte eine Gruppe von Jugendlichen offenbar im Wald bei Reinhardshagen erleben. Dabei richtete sie erhebliche Schäden an.

Denn es blieb nicht beim Hüttenbau und Feuermachen, sondern sie fällten und beschädigten Bäume, zerstörten eine massive Bank und griffen in den Bachlauf ein.

Zufällig entdeckte Siegfried Lotze vor Kurzem, was sich in der Gemarkung Sterz zugetragen hat. „Das ist weit mehr als ein dummer Jungenstreich – allein wenn man sieht, wie viele Fichten, Eichen und Buchen brutal mit Messer und Machete bearbeitet wurden“, sagt der 71-Jährige, der als Vorstandsmitglied des Mühlbachvereins regelmäßig das Gewässer abläuft. Deshalb ist der Reinhardshäger sicher, dass es nicht nur bei den vier gefällten jungen Fichten bleibt, sondern auch noch weitere Bäume absterben werden. „Erst harzen sie, dann kommt der Pilz hinein und schließlich gehen sie ein.“

Dosen und Müll liegen herum 

Einfach abgesägt: Reinhard Bolte gehört das Waldstück in der Gemarkung Sterz. Mehrere junge Fichten hatten die Jungen dort abgesägt. Auch an älteren Bäumen machten sie sich zu schaffen, schälten die Rinde ab und stachen mit dem Messer ins Holz.

Versteckt an einem Hang haben die Jungen ihren Unterschlupf eingerichtet. Aus dünneren und massiveren Ästen sowie Brettern bauten sie in einer zuvor geschaffenen Vertiefung eine Art Holzkonstruktion über die sie eine Plane gezogen haben. „Damit sie niemand entdeckt vom Weg aus, wurde davor ein großer Erdhaufen hingeschafft“ erklärt Reinhard Bode, dem das Waldstück gehört. Ärgerlich zudem, dass überall Dosen und sonstiger Müll herumliegen, den die Gruppe nicht entsorgt hat.

„Auf einer Waschbetonplatte, die wir vor Jahren am Bach eingebaut hatten, um Unterspülung zu verhindern, haben sie ihr Chili-con-Carne auf dem Feuer warm gemacht“, sagt Lotze und zeigt das Beweisstück, eine hinterlassene Dose.

Die massiven Bretter der vier Meter langen Bank aus der nahe gelegenen Freizeitanlage hätten die Jugendlichen vor allem als Bachüberquerung genutzt. „Eine kleine Brücke, die wir hingegen gebaut hatten, haben sie zerstört und als Baumaterial für ihr Erdloch genutzt.“

Sitzgruppe beschädigt 

Viel Mühe hatten sich Lotze und Bode vor drei Jahren mit dem Bau der Sitzgruppe gemacht, die nun nicht mehr vollständig ist. „Auch in die Tisch wurde mehrmals reingehackt, so dass das Holz beschädigt ist.“ Neben den Waschbetonplatten machten sich die Jungen zudem an den Schiebern des Mühlbachs zu schaffen, manipulierten die eingerichteten Sperren, so dass es wiederholt zu einer Unterspülung kam.

„Außerdem gibt es seit einiger Zeit ein großes Problem mit Schwarzfischerei“, erklärt Lotze. Sowohl am Mühlbach als auch an einem Teich oberhalb der Hemelmühle wurden Bachforellen gestohlen und am offenen Feuer gebraten. Dies ginge ebenfalls auf das Konto der Gruppe, da es dafür Beweise gebe, weiß der Naturfreund.

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