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Aufforstungen: Viel Arbeit im Reinhardswald nötig

Forstwirte arbeiten in einer Schonung und schneiden junge Eichen frei.
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Die Forstwirte Hagen Batz (links) und Hauke Janßen arbeiten in einer Eichen-Schonung im Revier Wilhelmshausen. Die jungen Bäume müssen mit aufwändiger Handarbeit freigeschnitten werden.

Den kleinen Bäumen, die nach Sturm, Trockenheit und Borkenkäfer im Reinhardswald gepflanzt worden sind, hat der feuchte Sommer gutgetan.

Reinhardshagen – Mehrere Millionen Eichen, Erlen, Birken, Lärchen und Douglasien haben Forstwirte seit 2019 in Hessens größtem zusammenhängenden Waldgebiet gesetzt. Mit Millionen-Aufwand werden Bestände aufgeforstet, die in den vergangenen drei Jahren gefallen sind, erklärt Klemens Kahle vom Forstamt Reinhardshagen.

Auch „Begleitgrün“ wächst schnell

Die anhaltende Feuchtigkeit lässt die Bäumchen gut gedeihen. Aber auch das „Begleitgrün“ wächst derzeit entsprechend schnell. Deshalb müssen die Förster darauf achten, dass die Setzlinge nicht unterdrückt werden. Das bedeutet für die Forstwirte viel Handarbeit: Mit Sensen und anderen Geräten sind sie in den Kulturen unterwegs und schneiden vor allem die Eichen frei, sagte Kahle. Die sind besonders gefährdet, weil sie nicht so schnell wachsen wie andere Baumarten. Deshalb investiert das Forstamt in die Eichen-Pflege besonders viel Aufwand. Allein 2020 wurden fast 1,9 Millionen Eichen auf den Windwurfflächen gesetzt. Sie sind die teuersten der nachgepflanzten Arten.

Klemens Kahle vom Forstamt Reinhardshagen

Die kleinen Eichen sind anfangs zwischen zehn und 15 Zentimeter groß. Da haben sie es schwer bei üppiger Vegetation. Ein neugepflanzter Ahorn misst einen halben Meter und braucht erheblich weniger Pflege. Nach fünf Jahren könne der Arbeitsaufwand in den Kulturen deutlich verringert werden.

Heranwachsen soll der „Mischwald für Morgen“, den Hessen Forst landesweit aufbauen will – statt der eintönigen Fichtenwälder, die aus wirtschaftlichen Gründen in vielen Gebieten dominierten. Auf den Flächen sollen möglichst vier verschiedene Baumarten stehen. „Fallen eine oder zwei Arten aus, bleiben die anderen übrig“, erklärt Kahle dieses System.

Derzeit läuft im Forstamt Reinhardshagen eine Waldinventur. Dabei werden auch die Größen der Windwurfflächen im Reinhardswald ermittelt. Kahle rechnet damit, dass Ergebnisse dieser Inventur bis zum Ende des Jahres vorliegen. (Bernd Schünemann)

100 Hektar im Jahr werden aufgeforstet

100 Hektar kann das Forstamt Reinhardshagen jährlich aufforsten lassen. Das entspricht etwa der Fläche von 125 Fußballfeldern. Insgesamt rechnet Klemens Kahle vom Forstamt seit 2018 mit einer Schadensfläche von 4000 Hektar. Etwa zehn Prozent davon sind bis jetzt neu bepflanzt. Das Forstamt setzt auch auf Naturverjüngung. Auf großen Flächen sollen die Bäume wachsen, die sich selbst dort ansiedeln. Förster und Waldarbeiter greifen nur steuernd ein. 

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