Parlament billigt Spagat zwischen Ablehnung und Mitgestaltung

Diskussion um Windräder im Reinhardswald: Gegner einhellig für Plan B

Reinhardshagen. Die Gemeindevertretung von Reinhardshagen stellt sich einmütig gegen die auf den ersten Blick widersprüchliche Politik des Gemeindevorstandes, was Windräder im Reinhardswald anbelangt.

In einer Stellungnahme zum Teilregionalplan Energie für Nordhessen hatte der Gemeindevorstand schon vor zwei Jahren Windrädern im Reinhardswald eine Abfuhr erteil. Der einmalige Natur- und Kulturraum im Wesertal müsse erhalten bleiben. Weil sich die Gemeinde für Hessens größten Wald stark macht und ihn in seiner Vielfalt und Schönheit erhalten will, sprach sie sich ebenfalls gegen einen Salzsee und gegen Fracking aus.

Diesen Beschluss stützte jetzt die Gemeindevertretung mit den Stimmen aller Parlamentarier. Zugleich aber fasste die Gemeindevertretung einen Plan B. Falls die Windräder im Reinhardswald nicht zu verhindern seien, sollen sie nicht von Investmentfonds oder Privatunternehmen betrieben werden, sondern von der Energiegenossenschaft Reinhardswald, einem Zusammenschluss von Reinhardswald-Anrainer-Kommunen

Dettmar: Einfluss sichern

Auch Reinhardshagen ist Mitglied dieser Genossenschaft. Es sei zwar auf den ersten Blick widersprüchlich, einerseits gegen Windräder zu sein, andererseits aber vom Land als Eigner des Forstes zu verlangen, mit den Kommunen Verträge abzuschließen, meinte Bürgermeister Fred Dettmar. Aber nur mit diesem Plan B sichere man sich Einflussnahme, falls das Hauptziel der Kommune, den Erhalt des Waldes in seiner jetzigen Form, verfehlt werde. Die Gemeindevertretung sah dies einhellig ebenso.

Zugleich wies Dettmar darauf hin, dass auf Initiative von Reinhardshagen ein Treffen der Kommunen aus dem Oberweserraum stattfinden werde. Die Vertreter von Bodenfelde, Bad Karlshafen, Wahlsburg, Oberweser, Reinhardshagen und Hann. Münden wollen sich treffen, um gemeinsam für das Tal der Oberweser zu kämpfen.

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